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Archiv für die Kategorie „Internet“

blicke in die vergangenheit

google hat zum zehnten geburtstag seinen „ältesten“ suchindex vom januar 2001 ins internet gestellt:

http://google.com/search2001.html.

ich habe das aus spass mal benutzt und bin tatsächlich auf eine alte icq-nummer gestossen, die heute immer noch funktioniert. das war vielleicht ein flash.

überhaupt, wenn man auf alte webseiten stösst, die durch das „internet archive“ gespeichert wurden, ist das ein krasses gefühl. ich habe sogar meine alten ausflüge als erotik-provider gefunden, die es schon seit jahren nicht mehr gibt. hehe. früh übt sich, wer ein hustler werden will. tja, leider hat mein kollege von damals verpeilt, mir den webspace bei einem serverumzug zu retten. das war dann das ende des trips. vielleicht war das auch besser so.

irgendwie vermisse ich diese pr0n-zeiten. das geld war leicht verdient, man sah dauernd schöne körper und den internationalen terrorismus gab es auch nicht. bush war da aber schon präsident, also gab es bereits im januar 2001 kein zurück mehr.

kaum zu glauben, dass ich so lange schon dabei bin. die zeit vergeht wie im flug und ich denke an meine web-rente. irgendwann ist ja auch mal gut. aber bescheuert klingt das schon mit 26. echt bweark.

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netzneutralitaet II

es ist mal wieder an der zeit, über netzneutralität zu reden, da momentan ja das sogenannte telekom-paket in aller munde ist. mit diesem begriff wird irgendwie alles abgedeckt, was den internetnutzer einschränkt und/oder ihn zum urheberrechtsverletzer deklariert, von der eu iniziiert, was noch erschwerend hinzu kommt. der link oben sollte euch einen guten überblick geben, weil die kollegen von netzpolitik.org schon seit längerem darüber berichten.

ich selbst habe eigentlich schon einen eintrag zur netzneutralität verfasst, ende november 2006: netzneutralität I. als quelle diente damals das boing²-blog, im speziellen der kommentar von cory doctorow.

inzwischen habe ich einen weiteren kurzen text gefunden, der fünf fakten zur netzneutralität präsentiert, die jeder wissen sollte, egal ob hardcore-netzaktivist oder gelegentlicher web-blätterer. das ist wichtig! merken! hier geht es auch um eure zukunft!

1. netzneutralität ist kein gesetz. es ist vielmehr eine richtlinie, die sich mit eurem breitbandnetzwerk befasst. die provider sollen euch nicht einschränken dürfen, was ihr mit eurem breitband macht, also welche dienste ihr nutzt und wieviel traffic ihr tatsächlich in anspruch nehmt. eine aufsplittung in qualitativ niedere und höhere breitbanddienste findet nicht statt.

2. ein preismodell, welches euch anhand von gesendeten und empfangenen internet-paketen taxiert, gibt es nicht.

3. die provider schützen ihre kunden nicht. sobald sie eure zugänge drosseln, hat das wenig mit eurem schutz zu tun.

4. google geht neue wege mit ihrem 700mhz-drahtlos-frequenzband. dadurch könnte man breitband kostenlos anbieten, anstatt für dienste zu bezahlen, die darüber genutzt werden. (dieser punkt ist für de vielleicht derzeit uninteressant, kann aber kommen, da theoretisch machbar.)

5. manche provider in übersee haben bereits begonnen an zocker und downloader spezielle pakete zu verkaufen, die für einen bestimmten preis mehr empfangen dürfen. dies ist ein unnötiger schritt der bürokratie, den niemand wirklich braucht. trotzdem gibt es immer noch unwissende, die es begrüssen würden, für grössere bandbreite mehr zu bezahlen.

[via]

klar ist, dass die derzeitige infrastruktur kaum für diesen massiven internetverkehr tagtäglich ausgelegt ist. irgendwann wird auch uns endkunden es einen mehrbetrag kosten, damit die netze moderner und zukunftssicherer gemacht werden können.

wenn ihr jedoch die angesprochenen punkte im hinterkopf behaltet und was mit dem begriff netzneutralität anfangen könnt, lauft ihr weniger gefahr, von der industrie übers knie gelegt zu werden, auf das es im moment leider hinausläuft.

werdet euch bewusst, dass auch ihr als nutzer rechte habt und kämpft dafür, dass der offene charakter des internets noch lange erhalten bleibt.

(wenn ihr lieber eine prominente unterstützung wollt, haltet euch an tim berners-lee, einem der erfinder des web: „berners-lee warnt vor internet-restriktionen“.)

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domain-name-front-running

es gehörte zu meinem standard-repertoire der alltags-paranoia bei der domainregistrierung: wenn ich einen domain-namen auf seine erhältlichkeit nachschlage, dürfte es ja technisch kein grosses problem darstellen, diese abfrage abzufangen und die domain vor mir registrieren zu lassen, oder!?

jetzt bin ich ja kein „grosser fisch“, aber bei firmen oder anderen grösseren organisationen (auch non-profit) könnte das allemal ein problem darstellen, v.a. wenn man einen guten domainnamen gefunden hat. inzwischen wurde meine ahnung von der realität eingeholt:

die icann prüft aktuell beschwerden genau zu diesem knackpunkt. deren sicherheitsausschuss untersucht nun genauer (hier das pdf), ob und wie personen/agenturen dieses wissen über erhältliche domainnamen missbraucht haben könnten. [via] auch über das „wie“ der belauschung oder die „technische möglichkeit“, die ich weiter oben erwähnte, weiss der sicherheitsauschuss bescheid: demnach geht das mit spezieller client-software oder würmern, die über die suchportale die informationen abfangen.

es gibt diverse seiten im web, wo ich lesen konnte, wie schnell ausgelaufene domains wieder weitervertickt werden. eine nette geschichte war das letztens mit der ifpi, aber es ist nur eine anekdote am rande, vieles läuft in dunklen kanälen und/oder unbemerkt ab. man darf gespannt sein, ob man bei der untersuchung durch die icann wirklich was brauchbares ans tageslicht befördert.

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50 jahre sputnik

heute vor genau 50 jahren wurde sputnik 1 vom weltraumbahnhof baikonur ins all geschossen. es war der erste satellit überhaupt und einer der gründe, die zur gründung der darpa führten, der wir das internetprotokoll tcp/ip und das darpanet verdanken, dem vorläufer des heutigen internet.

dieser künstliche trabant konnte nicht viel mehr, als fröhlich vor sich hin piepsen und doch war sputnik der hauptgrund, wieso es ein anschliessendes wettrüsten gab, inklusive kaltem krieg (siehe sputnikschock), sowie das raumfahrtzeitalter eingeläutet werden konnte.

der für sputnik verantwortliche ingenieur hiess sergei koroljow, der erst nach seinem tod 1966 dem westen bekannt gemacht wurde; dort nannte man ihn bis zu diesem tag schlicht mister x. ausserdem wird die bezeichnung sputnik als eines der 100 wichtigsten und kennzeichnenden wörter des 20. jahrhunderts erwähnt.

obwohl die usa geschockt waren und auch der restliche westen fürchtete, russische raketen gespickt mit atomsprengköpfen könnten nun innerhalb kürzester zeit jeden punkt der erde erreichen, hatte sputnik eine reihe positiver auswirkungen, die bis heute angehalten haben:

– ohne arpanet gäbe es kein internet
– die raumfahrt und die astronomie erlebten einen boom ihrer kompletten ausrichtungen, was zur förderung durch industrie und politik führte
– studienprogramme und schulfächer zum thema astronomie, an denen sogar mehrere länder im teamwork mitwirkten
– science-fiction wird populär als genre und findet ableger in sämtlichen medien, von radio über bücher bis zu filmen und fernsehserien
– gesteigertes interesse am kosmos überhaupt und an unserem sonnensystem
– beginn der raumfahrt, was in der entsendung menschlicher wesen auf den mond gipfelte
– technischer fortschritt durch satellitentechnologie (tv, gps, hubble, …)

man sieht: es gibt kaum einen grund nicht irgendwie ein bisschen stolz auf diese 58cm-kugel zu sein.

pazdravliayu s dniom razhdjenia, Спутник-1!

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wie wir denken koennen

wer sich die geschichte des internets und des worldwidewebs etwas genauer anschaut, wird früher oder später auf vannevar bush treffen, der 1945 in seinem essay „as we may think“ (wie wir denken können), den pc und v.a. hypertext vorweg nimmt. zwar nennt er seine „wissensmaschine“ nicht internet, sondern „memex“; die mensch-maschine-interaktion, wie wir sie heute gewohnt sind, auch und v.a. durch das netz und grafische oberflächen, hat aber praktisch die selbe form.

nun, es scheint, auch hier waren die europäer schneller: alex wright konstatiert in seinem aktuellen buch, dass ein belgier namens paul otlet bereits 1934, also neun jahre früher, von „fernseh-büchern“ schreibt, was zwar eine bescheuerte bezeichnung ist, aber im grunde folgendes bedeutet:

„bücher gibt es nicht mehr. an ihre stelle traten ein bildschirm und ein telefon in reichweite. in diesem immensen [virtuellen] gebäude sind alle bücher und informationen gespeichert. um an die antwort auf eine frage zu kommen, muss man diese ins telefon sprechen und die lösung erscheint dann auf dem schirm. der bildschirm lässt sich aufteilen: zwei hälften oder vier viertel, oder zehn auf einmal, wenn man mehrere dokumente gleichzeitig liest. (…) filme, töne, tv, radio: diese instrumente, anstelle der bücher, werden zu einem neuartigen buch, die mächtigsten werkzeuge zur verbreitung menschlicher gedanken. dies wird man alles in den „fernseh-büchern“ und in den „strahlen-bibliotheken“ finden

[via]

mit „strahlen-bibliothek“ meint otlet also „computer-bibliothek“ oder „online-bibliothek“, weil kleine rechner, wie wir sie heute zur verfügung haben, nicht denkbar waren; computer assozierte man mit riesigen röhren.

wright nennt otlet den „vergessenen vater“. gut, dass wir ihn mal erwähnt haben.

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die freie bibliothek

die vision klingt nobel: eine virtuelle bibliothek, die sämtliche informationen enthält, welche man in büchern findet. das geht natürlich nicht in zwei tagen, sondern es wird noch eine weile dauern. ausserdem weiss man nicht, ob das auch in anderen sprachen ausser der englischen möglich sein wird. eine demo existiert aber schon:

http://demo.openlibrary.org/. [via]

dabei wird bereits auf eingescannte werke des „internet archive“ zurückgegriffen, neue inhalte können durch eine art upload-wiki eingespeisst werden. die plattform ist komplett open-source.

ich trauere immer noch der bibliothek von alexandria hinterher, dessen mysteriöse auslöschung heute immer noch nicht geklärt ist, uns aber unter umständen jahrtausende zurückgeworfen hat. also zu tun gibt es genug…

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internet2

es hat nichts mit meinem meistgehassten buzzword „web 2.0“ zu tun, sondern bei dem begriff internet2 handelt es sich um den plan, das „alte“ internet „abzuschaffen“, um platz zu machen für eine „neue“ art internet, das die bedürfnisse des big business und der regierungen schliesslich komplett befriedigt. diese idee fand auch bereits zugang zu massenmedien und so berichtet das „time“-magazine von verschiedenen projekten in den usa genau diese idee in die tat umzusetzen. aber auch die eu scheint diesem gedanken nicht ganz abgeneigt. der normale bürger hat schliesslich viel zu viele rechte und v.a. mit seinem computer und dem internet kann er (fast) machen, was er will, das kann so natürlich nicht weitergehen.

der propaganda-chor, der dazu angestimmt wird, hört sich so an:

hinterherschnüffeln der daten der user, die sie im web hinterlassen. der gedanke ist nicht neu, mancher kennt vielleicht die derzeitige diskussion in deutschland
– john mccain, ein republikanischer senator, plant die einführung eines gesetzes, das blogs für „aggressive äusserungen, photos oder videos“ mit einer geldstrafe bis 300.000$ belegen soll. mccain hat persönliche interessen für so ein gesetz. das könnte in der endausführung allerdings egal sein
– bush sen., der eigentlich mit seinem stab immer noch die usa regiert, sieht in bloggern gar die ursache für ein insgesamt „feindliches und hässliches klima“
– einige pläne des pentagon sehen vor, das „internet zu infiltrieren und als propaganda-instrument für den krieg gegen den terror zu nutzen“. (siehe advise)
– der chef des heimatschutzministeriums, michael chertoff, sieht im web gar ein „terroristisches trainings-camp“. diese ausage ist bereits vom oktober letzten jahres
– die us-regierung möchte gerne blogger und andere sogenannte „grassroot-aktivisten“ dazu zwingen, sich beim kongress zu registrieren und regelmässig berichte abgeben zu müssen. folge man diesen aufforderungen nicht, droht knast bis zu einem jahr
– der amerikanische verband der musikindustrie (riaa), selbst ein verein voller räuber und verbrecher, würde es begrüssen, sämtliche p2p- und file-sharing-aktivitäten unter strafe zu stellen. sie haben in diesem fall sogar die rückendeckung der derzeitigen us-administration
– in sydney, australien, ist sogar seit neuestem das zurück-linken ein krimineller akt, der urheberrechte und piraterie verletzen soll. (siehe „linking ist jetzt kriminell„)
– die pläne der eu, zumindest die, die man mitbekommt, sehen so aus, dass man bis ende des jahres das sogenannte „data retention bill“ verabschieden will, das telefon-anbieter und internet-anbieter dazu zwingt, die informationen der verbindungen eines kunden mind. 6 monate zu speichern. wer kommuniziert wo mit wem und wann. dadurch wird es auch möglich, dass ermittler in jedem eu-land auf die daten zugreifen dürfen und sogar, bizarrerweise, aus den usa.
– sicher hat auch mancher schon davon gehört, dass man ohne lizenz keine videos mehr auf videoportale hochladen kann/soll.
– der „new scientist“ berichtet, die us-regierung forscht derzeit massiv an der „social-networking“-front (bsp.: del.icio.us, digg, etc.), um herauszufinden, wer wo was wie in beziehung setzt.

[via]

jetzt ist das immer so eine sache, mit den dingen, die man unbedingt will. die bekommt man nämlich in der regel sowieso nicht. aber es gibt diese diskussionen, überall auf der welt und es ist keine frage, dass spätestens seit dem 11. september sie überall irgendwie an bestimmten zeigern drehen. dieser tag hat es einfach gemacht, alles an „terror“ und „terroristen“ aufzuhängen, die wir ja alle sind; zumindest aber die, die schonmal dateien über das internet getauscht haben oder ihre meinung in blogs oder foren gepostet haben.

was hier gezeigt wird ist eine kleine spitze eines eisbergs, denn diese sachen sind alle öffentlich zugänglich. jeder, der lesen kann, hat prinzipiell zugang zu diesen informationen. interessanter sind natürlich dinge, die man nicht weiss und nirgends lesen kann, an die man aber auch nur schwer kommt, wenn überhaupt.

es ist traurig, dass ich das sagen muss, aber wer in der heutigen zeit kein bisschen paranoia an den tag legt, ist meines erachtens nicht nur nicht realistisch, sondern obendrein nicht überlebensfähig. panikmache bringt natürlich auch niemanden weiter, aber es sind nicht wir, die kleine kritische texte posten, die diese angst schüren. ohne panik in der bevölkerung wäre z.b. der zweite irak-krieg mit dem amerikanischen volk nicht möglich gewesen. und ich selber habe keinen zugang zu millionen zuschauern und deren gehirnen, das ist aber auch ganz gut so. ihr, nicht ich. was ist „stasi 2.0“ in einer welt, in der es das internet, wie du es heute kennst, nicht mehr gibt?

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online-tv

Okay, das Programm schießt jetzt vielleicht nicht unbedingt den letzten Vogel ab, aber ich fand die Idee, die dahinter steckt so geil, dass das nur 1,19MB kleine Prog „onlineTV“ hier einfach Erwähnung finden muss.

„onlineTV“ ermöglicht es, am heimischen Rechner fernzusehen. aber das ist noch lange nicht alles.
-Radioempfang
-Webcams
-Zeitungen
-Flug- und Polizeifunk (kein Witz)

Ein kleiner Auszug:

„onlineTV ist weit mehr als nur ein Medienplayer; onlineTV ist ein Multimedia-Player! Über die intuitive Oberfläche hat der Benutzer Zugriff auf verschiedene Medien, z.B. auf mehr als 280 TV- und Radiosender, mehr als 100 Webcam-Server, mehr als 50 direkte Zeitungslinks und und und … Hören Sie doch einfach im Auslands-Urlaub Ihren Lieblingssender oder lesen Sie die aktuellen Nachrichten Ihrer Tageszeitung … von jedem Punkt der Erde aus!

onlineTV bietet derzeit den Zugriff auf …

mehr als 180 Radiosender
mehr als 180 TV-Sender

mehr als 100 Webcam-Server
Polizei- und Towerfunk aus den USA
mehr als 160 Musikvideos (mit dem Plus-Paket sogar mehr als 330)

mehr als 60 Zeitungslinks (mit dem Plus-Paket sogar mehr als 530)

Nach dem Motto „Klasse statt Masse“ enthält onlineTV nur qualitativ hochwertige Einträge, die ständig auf Aktualität überprüft werden!“

Das Programm ist Freeware, lediglich das Upgrade auf die Plusversion kostet anscheinend ’ne Kleinigkeit. Auch das Upgrade der Inhalte ist umsonst.

Also, am besten ausprobieren und selber ein Bild machen!

Zur Website von „onlineTV“
, hier geht’s zum Forum von „onlineTV“.

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