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Archiv für die Kategorie „(A)Soziale Netzwerke“

das wahre potential der blockchain

Es fühlt sich an wie vor 100 Jahren, doch es war vor „erst“ elf: damals geisterte ein fürchterlicher Marketing-Kackrotz durch den Cyberspace, der sich „Web 2.0“ schimpfte. Unter diesem Schlüsselwort (würde heute „trendig“ #hashtag heißen) sammelten die weltweiten Granden der Inkompetenz & Inkontinenz jene Web-Phänomene, mit denen sie nicht gerechnet hatten in den 90ern des vorherigen Jahrhunderts. Dazu konnten aber schon CSS-Hacks gehören, Webseiten auf Flash(!)-Basis, manchmal auch MySpace/Facebook(!) oder sogar Blogs.

Im Kern war alles Schwachsinn.

Den Begriff gab es eine ganze Weile, sogar „Web 3.0“ kam irgendwann, doch richtig Fahrt aufnehmen konnte das nicht mehr.

Jetzt, mit der Blockchain, passiert aber etwas „Merkwürdiges“, was zwar seit dem NSA-Skandal 2014 vielleicht vorhersehbar war, jedoch nicht 2009 zum Beispiel, als Bitcoin an den Start ging: das Internet steht nämlich technologisch vor der Ablösung.

Die Zeiten sind endgültig vorbei, seit Jahren schon, wo wir munter „frei“ über http Webseiten in die Welt setzen konnten. Ohne https läuft nichts mehr. Es setzt sich, langsam, wie das eben so ist mit tiefgehenden Veränderungsprozessen, durch, dass wir einander bei elektronischen Medien nicht mehr trauen können, nicht mehr trauen sollten. Nicht nur in Bezug auf das Übertragungsprotokoll aus den 90ern.

Hier kommt jetzt die Blockchain-Technologie ins Spiel, deren Credo von Anfang an lautete: „traue Niemandem!“ („Trust. No. One.“)

Man kann diese als Zahlungsmitteltechnologie einsetzen, wie bei Bitcoin geschehen. Man kann sie aber auch wie z.B. bei Ethereum oder NEO als „Betriebssystem“ einsetzen, um Apps (hießen früher mal „Programme“) darauf aufzubauen, die die Menschheit so noch nicht gesehen hat. Und alles, was man darauf kommuniziert, festlegt, abwickelt, etc., wird verschlüsselt und nie mehr änderbar in einer Blockchain abgelegt.

Als junges Beispiel nehme ich hier mal schnell Japan, die bald wirklich verschlüsselt chatten dürfen: https://the-blockchain-journal.com/2018/04/04/line-japans-largest-chat-platform-is-working-with-blockchain/. Ist ja jetzt nur ein Echtleben-Anwendungsbeispiel.

Die Zeiten für Facebook, WhatsApp, Instagram, Twitter; Vergangenheit! End-lich! Danke, Blockchain! <3 Was halt noch fehlt ist die Interkonnektivität zwischen den verschiedenen Blockchain-Systemen. Aus der Historie des Internet könnte, müsste ja faktisch, eine Art, Achtung, Neologismus, Interblockchain, entstehen.

Bis es so weit ist lassen wir das US-Heimatschutzministerium, Apple und Mark Zuckerberg eben Nackt-Selfies von Minderjährigen in ihren unsicheren Clouds speichern und unsere Bank- und Kommunikationsdaten mitsniffen. Schließlich hat sich darauf die Gesellschaft längst geeinigt, sie wird schon nicht daneben liegen.

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von facebook und nazis

Wer noch ein Paradebeispiel sucht, weshalb Facebook die Spitze der Web-Widrigkeiten darstellt, der kann das gerade perfekt und live in Vollfarbe mit dem Skandal um die Datensammel-Firma „Cambridge Analytica“ und den Whistleblower Christopher Wylie mitverfolgen.

Was hier versucht wird von Seiten des ehemaligen „Social Networks“, Wylie kalt und bloß zu stellen, zeigt einmal mehr wo wir heute mit dem WWW hingekommen sind. Klar könnte man hier hinterfragen, wieso ein Whistleblower gleich drei Accounts von Mark Zuckerberg führen muss, Facebook selbst, WhatsApp und Instagram. Doch was im schlimmsten Fall passieren kann, wenn eine dubiose Mega-Corporation wie Facebook durchgreift (wobei der Begriff „durchgreifen“ hier ebenfalls hinterfragt werden kann, weil man damit mutmaßt, dass die/der durchgreift, Recht hat, was hier definitiv nicht der Fall ist und auch nie sein wird), sieht man bei Wylie anschaulich: ihm wurden schlichtweg alle drei Accounts auf einmal gesperrt.

Doch was war eigentlich passiert?

„Cambridge Analytica“ steht hinter einer App namens „thisisyourdigitallife“. Diese App konnte Profile auf Facebook auswerten, mit Zustimmung deren Nutzer, um die Daten in den eigenen Datenpool zu schaufeln und diese weiterzuveräußern und auch auszuwerten. Diesem Aufruf folgten, ansich schon negativ bewertbar, 270.000 User. Was die allerdings nicht wussten war, dass auch die Verbindungen zu ihren „social friends“ ausgewertet wurden. „Social friends“ müssen keine richtigen „Freunde“ sein, das sind einfach Facebook-Kontakte. Im Schnitt hatte jeder dieser User 190 Stück. Über diese Hintertür hatte die Applikation nun Zugriff auf 51.300.000 Facebook-Profile. Technisch mir nicht ganz klar, wie das machbar sein soll, weil auch ein „social friend“ nicht immer öffentlich sein Profil führt und das eigentlich nur über APIs, spezielle Entwicklerschnittstellen erfolgen kann, die FB selbst bereitstellt und auch kontrolliert, aber bisher scheint sich auch niemand wirklich für diesen technisch (sehr wichtigen) Hintergrund zu interessieren.

Gut und hier sind wir nun, „Cambridge Analytica“ ist aufgeflogen. Dank einem mutigen aber etwas aufmerksamkeitsversessenen Christopher Wylie (u.a. behauptet er auch heute noch die Datenkrake „Cambridge Analytica“ mitbegründet zu haben, was die stets verneinen) und drei Jahre zu spät; denn diese Sammlung wurde bereits 2015 erstellt. Praktischerweise ein Jahr vor der US-Präsidentschaftswahl.

Die Anschuldigungen wiegen noch schwerer, als die Fakten hier wiedergeben: sowohl soll mit diesen illegalen Daten eine Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl in den USA stattgefunden haben. Als auch auf die Brexit-Abstimmung. Als auch auf „anderes“. Auch hier wieder nebulös: was mit „anderes“ gemeint sein soll, wurde bisher nicht erörtert.

Ja, sollte sich herauskristallisieren, was hier steht, stehen wir vor einem aktuellen Problem: Nazis. Genauer: wie sie es geschafft haben, natürlich erneut wieder auf verbrecherischem Weg, sich mit Hilfe aktueller Technik unserer Realität und unseres Alltags zu bemächtigen. Donald Trump ist nichts weiter als ein arischer, weißer Rassist. Steve Bannon ist Rassist. Boris Johnson ist wohl auch Rassist. Wie George W. Bush ist Donald Trump kein vom amerikanischen Volk gewählter Präsident. Die Manipulationen waren auch 2000 schon mit den Diebold-Wahlmaschinen möglich und verifizierbar (Empfehlung: die filmische Dokumentation „Hacking Democracy“). Schon damals war eigentlich klar, dass „etwas versucht“ wird oder sogar wurde. Die Ausläufer, bzw. die „Errungenschaften“, werden mittlerweile ganz gezielt, ganz strikt, ganz offen(!) angewandt. Die AfD sitzt im Bundestag; zum ersten Mal seit Ende des Zweiten Weltkriegs hat Deutschland wieder eine rechte Partei. Das sind Entwicklungen, die ich persönlich nie mitmachen wollte und von denen ich in den 90ern noch dachte, dass sie gar nicht möglich sind. Mittlerweile ist diese braune Scheiße wieder Alltag, wieder real, die Verbrecher gelen sich sogar heute die Haare und tragen Anzug wie in Österreich. Und sind damit eigentlich nicht mehr von Bankern, pardon, Bankstern, zu unterscheiden.

Wisst ihr, es ist schlichtweg nicht hinnehmbar: lässt man Nazis probieren und machen, eventuell scheitern sie sowieso. So funktioniert das nicht, hat nie funktioniert. Was mit 9/11 passierte war eigentlich auch nur wegen „Hightech-Nazis“, die sich „Neo-Cons“ nannten. Wirklich, wirklich traurig dabei ist zudem, dass es heute reicht, über einen einzigen Webdienst 51.300.000 zu hintergehen, abzuzocken und damit auch noch auf Menschenfang zu gehen. So viel zum Thema „früher waren sie eben nicht so intelligent wie heute“. Eine schwachsinnigere, gierigere, ekligere, heuchlerischere und dumme Zeit wie ich seit 2000/2001 wahrnehme sah ich in meinem ganzen Leben nicht. Und ich werde bald 40. Ich danke der US-amerikanischen „Politik“ für diesen Umstand. Und natürlich Facebook und Twitter. .:.

[Update I, KW14 2018]

Facebook hat diese Woche selbst den Skandal genauer untersucht. Und es waren nicht 51.300.000 Profile abgegriffen worden sondern 87 Millionen. Und obwohl bloß 65 deutsche Nutzer an der Umfrage vom Kraken Cambridge Analytica aus UK teilgenommen hatten, waren 310.000 deutsche Profile betroffen (via). (A)Soziale Netzwerke: the definition! Period.

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mastodon: der twitter-killer

Die wirkliche Alternative zu T(z)witter heißt Mastodon, stammt aus der Feder des 25-jährigen Programmierers Eugen Rochko und bringt als Maskottchen ein Mastodon mit wie viel zu viel Fell mit (dafür mit Smartphone!):

Maskottchen von Mastodon

Und natürlich ist diese Lösung, wie generell zu erwarten von Menschen, die Internettechnologie verstanden haben: dezentral. Wie könnte es anders sein.

Mit Mastodon kann man derzeit live an einer kleinen Revolution teilnehmen. Und diese auch ganz gut mitbeobachten.

Die Anmeldung erfolgt über keinen zentral erreichbaren Dienst, klar. Vielmehr gibt es wie bei der Facebook-Alternative Diaspora* diverse „Pods“, genannt „Instances“, die jeder einrichten kann und irgendwo auf einem Server laufen. Da Mastodon mindestens 2GB RAM und viele Server-Rechte benötigt, eignet es sich nicht für übliche „shared server“.

Eine Anmeldung ist beispielsweise über den japanischen Digitalkunst-Dienst pixiv möglich. Dort im Profil reicht ein Klick um deren Instanz namens Pawoo beitreten zu können. Für mich als großer Japan-Fan natürlich ein Riesen-Plus. Es gibt auch eine kostenlose Pawoo-App für Smartphones und Tablets. Was einen dann erwartet ist eine Mischung aus Twitter und Tumblr. Über einen separaten Reiter greift man auf weitere Instanzen im föderierten Mastodon-Netzwerk zu.

meine Übersicht bei \"Pawoo\"
Oben: meine Übersicht bei Pawoo

Weitere Instanzen sind z.B. mastodon.social, mastodon.xyz oder friends.nico.

Im Kern hat man mit wenigen Mausklicks alles viel schöner & besser, als man es bei Twitter findet. Hier ein grober Überblick zu den, auch technischen, Kernfunktionen:

* ein „Tweet“ heißt hier „Tröt!“
* bis zu 500 Zeichen pro „Tröt!“
* wie Twitter: private Direktnachrichten zwischen Benutzern
* mehr wie Twitter: Privatnachrichten zwischen Benutzern, Privatnachrichten an Follower, öffentlich in einer Instanz oder öffentlich im gesamten Netzwerk
* Zeitleisten mit vollständiger Kontrolle über Einträge
* spezielle Filter anwendbar, etwa gegen NSFW oder Spoiler
* jede Instanz führt eigene Regeln, was
* im Umkehrschluss auch den Kampf gegen Hass und Hetze umsetzbar macht. Etwas, was Twitter nach wie vor nicht gelingt
* geschrieben in JavaScript und Ruby on Rails
* offizieller Start: 5. Oktober 2016

Das Phänomen Mastodon nahm im März/April so richtig an Fahrt auf. Die größte Community, mastodon.social, kam da bereits auf 42.000 Nutzer. Global ist die Tendenz weiter steigend: da jeder mit wenig Hardware eine eigene Instanz betreiben kann und man sich hier auch zu Spezialthemen (wie Memes, Mangas oder spezielle Videospiele) austauschen kann, liegt die derzeit registrierte Nutzeranzahl bei 852.388. Den aktuellen Status dieser Zahl kann man hier abfragen. Im August waren es noch 766.500 User.

Wer keine Lust auf diesen neuzeitlichen Social-Blödsinn hat, man kann auch selbst helfen den Code weiterzuentwickeln, hier der Link zum Projekt auf GitHub: https://github.com/tootsuite/mastodon.

Von den Erfahrungen die ich bisher gemacht habe, erst wenige Wochen, kann ich sagen, dass man technisch fast nichts mehr besser machen kann. Oder muss. Die Lade- und Ausführungszeiten sind extrem gering, der Dienst super-nutzbar; hakelig wird es eben etwa bei Grafiken, die man von Europa aus in Japan aufrufen möchte. Das war aber auch noch nie anders und ist ja ein kleines Wunder, dass so etwas überhaupt möglich ist.

Wer tatsächlich Twitter mit Mastodon ersetzen möchte, der kann das aus technischer Sicht also bereits tun. Wie mit jeder Pionierarbeit trifft man hier eben noch auf wenige Nutzer. Da der Dienst wirklich gut gemacht ist und weitere Instanzen folgen werden, wird sich das jedoch schnell ändern. Die Inhalte wirken noch teilweise sehr skurril, ist jedoch alles ein netter Haufen dort. Mastodon wird im Oktober gerade mal ein Jahr jung. Die Freiheiten sind hier viel größer als bei den angesprochenen zentralen Diensten. Wer möchte recherchiert kurz vor der Registrierung in welchem Land die Instanz betrieben wird (geht auch mit dem Firefox-Plugin „Flagfox“). In Summe steht heute mit Mastodon tatsächlich ein Dienst zur Verfügung, der die Bezeichnung „Twitter-Killer“ verdient. Alles Gute & viel Erfolg, dem smarten Mastodon!

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als soundcloud die zukunft war

Ich weiß heute noch grob, wie ich das erste Mal in meinem Leben mit SoundCloud in Berührung kam. Es war eine neue Art Sound von Künstlern, von denen ich noch nie etwas gehört hatte.

Die Musikmacher hießen irgendwie NEO-TOKYO, das Tag war FUTURA und als Teaser-Miniaturbildchen gab es eine kleine Balkonszene aus „Blade Runner“. Den Track findet man dort heute noch, hier die Datei:

Eigentlich trifft es das schon sehr genau, warum man sich bei SoundCloud anmelden _musste_:

* Sounds, die man nie gehört hatte
* Künstler, die man nicht kannte
* ein minimalistisches Interface zum Wohlfühlen
* gemeinsame Interessen
* gemeinsamer Mindstate

Ab hier konnte man loslegen und immer tiefer in eine Welt abtauchen, die es so früher nur in der Welt der Mixtapes und Vinyl-Digging-Wanderungen gab. SoundCloud war anders als andere Musikstreaming-Dienste. SoundCloud hatte Zukunft. Und SoundCloud passte perfekt in die Zeit.

Ohne dass ich es großartig mitbekam, denn so richtig aktiv war ich dort nie (eigene, zeitaufwendige Weblog- und Android-Projekte), muss bei SoundCloud allerdings seit 2013 etwas innerlich zerschellt sein. Ich wüsste sonst nicht, wieso solch ein geiles Projekt plötzlich scheitern soll und man jetzt 170 Millionen US-Dollar für eine Rettung will. Das klingt offensichtlich nach krassem Missmanagement.

Tatsächlich gibt es Stimmen die sagen, es liegt am CEO Alex Ljung. SoundCloud verbrannte 230 Millionen US-Dollar StartUp-Geld, dazu kommen 70 Millionen US-Dollar Schulden. Wohin gingen diese Unsummen genau? Wie konnte aus einem 2-Milliarden-US-Dollar-Kaufkandidaten (die Summe, die Twitter 2014 angeblich für den Dienst bieten wollte) ein Unternehmen werden, dass heute auf 150 Millionen US-Dollar geschätzt wird? Das sind noch 20 Millionen weniger, als SoundCloud heute braucht!?

Andere meinen, das Bezahlmodell kam zu spät: SoundCloud Go+ für 9,99$ geht als Idee zurück bis März 2016. Da war der Dienst bereits 8 Jahre alt. Eine unmöglich lange Zeit in der Websphäre. Das Problem wird aber wohl nicht sein, warum dieses Modell erst 2016 kam, sondern wo andere Modelle waren, Advertising und Marketing eingeschlossen. Neben finanzieller Unfähigkeit kommt als wohl noch Innovationslosigkeit hinzu. Und wenn nach außen eines SoundCloud nicht war, dann innovationslos (tatsächlich gewann man 2011 einen EU-Innovationspreis und 2012 vom Weltwirtschaftsforum die Bezeichnung „Technology Pioneers“…).

Und dann gibt es da noch die Geschichten mit den Labels. Das hat alles mit Verhandlungen nicht wirklich funktioniert. Wobei, das Thema ging ohne Kriege selbst am großen YouTube nicht vorbei.

Oder der Dreck mit Drake.

Am Ende war es wahrscheinlich, wie so oft, eine tödliche Melange aus vielem. Jedenfalls, sollte es ab heute SoundCloud nicht mehr geben, wäre das Web nicht nur musiktechnisch faktisch über Nacht um einen wundervollen Killerdienst ärmer. So oder so: Alex Ljung wird seinen Job los. Und SoundCloud kommt unter die Räder bzw. wird von Investoren geschluckt und wahrscheinlich zerpflückt werden.

[Update I, 19:20]

SoundCloud darf wohl vorerst fortbestehen: das vermeldet TechCrunch. Für welche Summe ist noch ein Geheimnis und Alex Ljung wird durch Vimeo-Ex-Chef Kerry Trainor ersetzt. Was nach einem Coup klingt ist ganz sicher keiner und ich gehe nicht davon aus, dass hier ein Stein auf dem anderen bleiben wird.

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ki-system abgeschaltet: war kein englisch

Eine Mindfuck-Meldung in mehrfacher Hinsicht, die mich auch mehrfach überrascht hat: Facebook musste ein KI-System still legen, weil es eine eigene Sprache entwickelt hat.

1. ein KI-System von Facebook? Welcher Art? Wie man noch mehr US-Dollar aus den Interessen der Nutzer heraus presst!?
2. Wieso schaltet man es ab, wenn es sich selbst optimiert hat?
3. Skynet? Anyone!?

Dazu gab es dann eine hervorragende Analyse drüben Armstrong Economics, wo man es ein bisschen schafft das Ganze kulturhistorisch und linguistisch zu bewerten. Lesenswert!

Nun, der Grund, warum man es abschaltete, geizt nicht an Komik: es war kein Englisch! Folglich konnte keiner der Entwickler etwas damit anfangen.

Anstatt der KI zu überlassen wie sie kommuniziert und sich optimiert, zog man den Stecker. Keine Ahnung, aber hier gibt es einen Begriff: dilettantisch. Sollen sie doch froh sein, dass so etwas passiert, ich hätte das jetzt eher bei Google oder Amazon verortet. So richtig geheuer scheint mir diese Geschichte bis heute nicht.

An dieser Stelle kann ich nur wieder empfehlen: es wird alles nur halb so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Schließlich war/ist Sommerpause und diese Meldung gehört eindeutig zu diesen „Schießen wir es raus!“-Meldungen.

Aber auch sonst ist gerade mächtig was los: Bitcoin.de gibt Nutzerdaten an die Polizei ohne richterlichen Beschluss weiter. Ein Durchbruch wurde (dank CRISPR…) vermeldet, dass es bald keine Menschen mehr mit Erbkrankheiten gibt. Und dieser Hyperloop-Pod fluppt scheinbar auch. Dito, die Zeit wird immer knapper, je älter man wird: href.ninja, für die tägliche Dosis Wahnsinn.

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facebook-in-app-browser crashen

Mein Projekt der Woche ist das hier auf GitHub: https://github.com/Mte90/FB-Android-Crash.

An der Oberfläche: ein kleines Coding-Projekt, was durch permanenten Ärger mit dem In-App-Facebook-„Browser“ entstand und durch Raten und Rumprobieren (der Vergleich zur „Black Box“ IExplorer 6 kommt nicht von ungefähr) eben diesen zum Absturz bringt. Ich denke, über die Zeit soll auch nachverfolgt werden können, warum das genau geschieht. Derzeit gibt es noch zu wenig Lösungsansätze.

Unter der Oberfläche: tiefergehende Facebook– und Open Web-Kritik. Wie es ein kann, dass man sich eigentlich auf Web-Standards einigt und am Ende eh wieder jeder seine eigene graue, undurchsichtige Plörre kocht. Eben IExplorer-like. Und wofür Webentwickler solange gekämpft haben. Und wofür man debuggen, testen und dokumentieren konnte. Den Blick dafür schärfen, dass solche Gimmicks sicher kein Fortschritt sind.

„Think about it for a moment, okay.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Ach, halt, stopp, da war noch das hier: „Is Facebook A Structural Threat To Free Society?“ Ja!

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kunst gegen facebook-algorithmen

Ich bin nicht mehr bei Facebook, den Account vor Jahren gelöscht. Es nicht mehr zu nutzen war wie viele sagen: die Plattform lässt man leicht hinter sich. Die wirklichen Freunde dort nicht. Trotzdem war es im Nachhinein eine gute und vernünftige Entscheidung. Und wäre der Zirkel dort wirklich an meiner Meinung als IT-Experte interessiert gewesen, wären sie mir auch auf eigene Plattformen wie Friendica oder Alternativen wie Diaspora* gefolgt. Leider fast zu 100% Fehlanzeige.

Wer mit Facebook kritisch umgehen will, braucht etwas Mut. Zumindest, wenn er den Account weiter nutzen möchte. Da das „soziale Netzwerk“ immer wieder und nicht erst seit der letzten US-Wahl in der Kritik steht, werden manche im Kampf gegen die „allmächtigen Algorithmen“ dort kreativ. Lust auf ein Experiment?

Vorschlag #1: „Go Rando“ von Benjamin Grosser

Go Rando ist eine Browser-Erweiterung, die dafür sorgt, dem Zufall zu überlassen, wie man einen Status, einen Link oder ein Foto findet. Dabei wählt der Code aus sechs vorgegebenen einen aus. Das geht aber schon zu tief rein in die Technik des Plugins selbst.

Was vielleicht bei Go Rando auf den ersten Blick völlig absurd wirken mag ist nicht einmal die Anwendung: wer verstanden hat, wie viel Facebook auf einen „Like“ gibt und wie die Menschen das mittlerweile bewerten, dreht den Spieß mit der Erweiterung um. Algorithmen können nach einer gewissen Zeit nicht mehr anbieten, was man selbst vielleicht mag. Die „Filter-Blase“ ändert sich nicht nur dadurch, wie mögen diese „Likes“ und „Updates“ wohl auf die sozialen Zirkeln dort wirken? Man stelle sich vor, man hat durch Go Rando einen Todesfall geliket. Nicht jeder möchte hier Diskussionen eingehen müssen. Wie anfangs erwähnt: es braucht für eine gewisse Stringenz hier tatsächlich Mut.

Vorschlag #2: „Facebook Demetricator“ von Ben Grosser

Facebook bietet unter den Einträgen an, wie viele Likes es gab, wie viele „Shares“, wie viele Kommentare. „Facebook Demetricator“ sorgt für eine gewisse Neutralität von Beiträgen und gibt lediglich wieder, ob es Likes/Shares/Kommentare gibt, aber nicht wie viele.

Grosser erhielt als Feedback oft, als erstes falle wohl der Wettbewerb weg. Zweitens falle den Nutzern plötzlich auf, dass sie diesen wenigen Zahlen überlassen, was sie innerhalb des Netzwerks machen und was nicht. Ein Beispiel war, sie hörten einfach zwischen 25 und 50 auf zu liken, was sie vorher gar nicht realisiert hatten. Die Arbeit ist bereits 2012 veröffentlicht worden und hat wissenschaftliche Texte von Grosser nach sich gezogen.

[via]

Der Ruf nach einer gewissen Kontrolle der Facebook– und Twitter-Algorithmen wird immer lauter. Ein komplettes Genre ist plötzlich populär und wird weiter publik, das der „Fake News“. Die gab es allerdings schon immer seit es Medien gibt und weder Facebook, noch Twitter beanspruchen öffentlich, oder zumindest ist mir nichts bekannt, Nachrichtenquellen im eigentlichen Sinne zu sein. Es wird einfach so von den Nutzern interpretiert.

Ben Grosser zeigt mit diesen zwei Arbeiten, wie man nicht nur die abstrakte „Filter-Blase“ verstehen lernen kann, Algorithmen austricksen kann. Mit seinem Humor und technischem Hintergrund hat er auch gezeigt, es gibt eigentlich einfache Mechanismen, komplexe Probleme zu lösen. Eine große Hilfe war für ihn dabei: die Kunst.

Vielleicht hilft dieser Ansatz so ein bisschen bei der Bewältigung aktueller Probleme, und nicht alles so bierernst nehmen, es kommt dann ja doch nur Nonsense dabei raus. Oder eben in vier Jahren Kim Kardashian als First Lady, je nach gewählter Richtung. In diesem Sinne: immer schön rando bleiben!

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frohes neues

Es gibt noch eine Sache, die ich in 2014 abhaken will. Meine Meinung zu T(z)witter sollte ja inzwischen bekannt sein. Und auch dass ich nicht verstehe, wieso im Web so viel darüber Propaganda getrieben wird, weil ein Web-Service aus dem Kopf eines Masseurs einfach behindert sein muss. Da müssen monatlich Gelder fließen, das kann niemandem geheuer sein, dass ist einfach stinkige, jauchige Scheiße.

Jedenfalls, es scheint neben T(z)witter auch etwas mit dem Arecibo und SETI allgemein nicht zu stimmen.

Es gab da 2012 diesen „Vorfall“: Die hatten in dem Jahr, zum 35. Geburtstags dieses Teleskops, nichts Besseres zu tun, als 10.000(!) unnütze VIP-Messages aus den USA in Richtung des „Wow!“-Signals zu senden.

Es gibt hier jetzt mehrere Schlussfolgerungen:

1. SETI ist am Arsch
2. die USA sind am Arsch
3. die Erde ist am Arsch
4. das Universum ist, dank T(z)witter und Pseudo-VIP-Blabla aus den USA, am Arsch

Wie man es dreht und wendet: Das war kein feiner Zug von den dummen Menschlein auf diesem blauen kleinen Planeten. Und ich würde jetzt wetten, wäre ich bekifft, dass diese Sache Konsequenzen zeitigt. Wenn sie dies nicht schon gemacht hat, die groteske Aktion war ja bereits 2012 (Maya, ähämmm).

In diesem Sinne wünsche ich eine angenehme Nachtruhe und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2015! Rutschen Sie nicht aus! Alles Gute!

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i created an instagram account!

„Follow me here: [link]!“

O RLY!? Go fuck yourself! You’re welcome.

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del.icio.us? fuck it!

Ich nutze Del.icio.us nun seit 8 Jahren. Ich habe ihnen sogar damals verziehen, dass sie ohne mein Wissen oder Einverständnis mein Konto mit allen Links gelöscht haben, als Yahoo urplötzlich keine Lust mehr darauf hatte (was bei deren Aquisitionen häufiger vorkommt und grenzenlos asozial ist) und nicht mal klar war, ob es den Dienst weiterhin geben wird. Dann kam dieses unbekannte AVOS und wollte alles besser machen. Einen Scheißdreck haben sie gemacht.

Und gerade lese ich, dass selbst die das letzten Monat wieder abgegeben haben, an Science Inc., was mir ebenfalls nichts sagt und wo ein Ex-MySpace-CEO mit drin hängt, was mir wieder überhaupt nicht passt.

Ich kann mich über den normalen Login nicht mehr bei dem Dienst anmelden. Es erscheint ein Overlay, wo man die Zugangsdaten eingeben muss wie Nutzername und Passwort. Aber es passiert nichts. Der Hintergrund der Seite graut sich aus, kein Einloggen möglich.

Die Android-App war ebenfalls lieblos: Zuerst landet man auf einer Seite, wo man extra auf „+“ drücken muss, um Tags zu vergeben. Hat man das gemacht, muss man wieder zurück zu dieser Seite, bevor der eigentliche Link gespeichert wird. Man drückt also auf „+“, wählt Tags aus oder gibt diese ein, drückt auf „Finish“, kommt zurück und kann dann erst „Save“ klicken, bevor der Link dem eigenen Archiv hinzugefügt wird. Denkt ihr, wir haben für so viele Schritte heute noch Zeit!? Eben.

Und seit heute funktioniert auch das nicht mehr. Ich werde erneut nach meinem Passwort für die App gefragt. Klar, so eine App vergisst das halt; was ein Schwachsinn.

Ich habe keinen Bock mehr auf Del.icio.us. Ehrlich gesagt hätten sie es mir geben sollen, ich hätte was damit anzufangen gewusst. Und es auch nicht mitangesehen, dass man diese legendäre Idee von einem inkompetenten Deppen zum nächsten schiebt.

Aber was sind die Alternativen? Was bietet mir sonst ein digitales Kurzzeitgedächtnis, wie Del.icio.us das gemacht hat? Was nutzt ihr dafür? Ernsthaft, ich will da weg, mit unserer Beziehung ist es nach diesen acht Jahren richtig vorbei.

Und komme mir einer mit T(z)witter, ich werde persönlich einen Laster kapern und in dessen Haus fahren, so wie die Agenten das mit Trinity machen wollten.

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der proxykrieg, hipster-version

drohnenkrieg in pakistan. auf instagram.

Wir leben in modernen Zeiten. In dieser Phase des 21. Jahrhunderts finden Kriege statt, die kaum beachtet werden. Geführt von Videogamern. Per Fernsteuerung. Undemokratisch und in in Tausenden Kilometern entfernt. Im Zeitalter der Drohnen.

Da trifft es sich gut, dass man heutzutage im Web direkt Kriege mit Lifestyle verbinden kann. Das findet hier in Reinform statt:

http://instagram.com/dronestagram. [via]

Soldat trifft Hipster.

Die Angabe der vielen Toten in den Bildunterschriften gerät zur Nebensache: Die Bilder eines falschen Krieges werden erneut verfälscht, in diesem Fall mit Filtern, die der große Bruder Facebook über Instagram zur Verfügung stellt. Sie wirken, gewollt oder ungewollt, ob der Flut an geposteten Hunden in Sepiatönen, Sonnenuntergängen in Falschfarben und Schnappschüssen von westlichen Mittagessen, als sei das ohnehin nicht real, wichtig oder sonstwie relevant. Kurzum: Es repräsentiert einfach _alles_ wofür der Westen steht. Und wofür man ihn problemlos hassen kann.

Dabei hatte James Bridle mit diesem Projekt eigentlich etwas anderes im Sinn. Er wollte eben diesen Kontrast mit seinem Feed anbieten, eben nicht diese alltägliche Kakophonie gepostet sehen. Diesen ignorierten Krieg „tangible“, also greifbar machen. Erreicht hat er genau das Gegenteil.

Eben weil er Instagram für diesen Feed gewählt hat, ist seine Glaubwürdigkeit solch einer Ambition schon beim ersten Post flöten gegangen. Es gibt nichts Unechteres wie Instagram.

Schon alleine die Größenbeschränkung der Bilder deckt den betroffenen Bereich der Karte wahrscheinlich nie komplett ab. Irgendwo muss er die Photos zum Bearbeiten auch herkriegen, es sind sicher nicht seine eigenen. Und dann gibt es den moralischen Aspekt: Wenn ich weiß, bei einem Angriff sind zehn Menschen ums Leben gekommen, sollte ich die Vogelperspektive lieber heute mal mit Sierra oder doch lieber mit Lo-Fi posten? Morgen nehme ich dann bestimmt Walden, weil ich erinnere mich gerne an Ashton Kutcher von Zeit zu Zeit.

Das ist so krank. Ich gehe kotzen.

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spiegel online: social-button-penetration. bis zum tod.

Von den unzähligen „sozialen Netzwerken“ unterstützt Spiegel Online standardmäßig nur drei: Natürlich das völlig unnütze und von Anfang an pathologisch überschätzte Twitter, den Monopolisten Facebook, sowie das mittlerweile visuell ansprechende und dennoch irrelevante Google+. Das war’s.

Doch obwohl es nur drei Netzwerke sind, wurde man von Beginn an von insgesamt acht(!) Buttons belästigt:

Drei links bei den Eigenschaften des Artikels, wo Angaben wie das Datum der Publikation gelistet sind. Zudem drei unten am Ende jedes Artikels, die wiederum von einem ganz kleinen „+“ begleitet werden, wo, allerdings nur wenn man auch selbst aktiv wird, weitere sechs Netzwerke gelistet sind, davon nur zwei deutsch.

Tja, und dann hat jeder Autor, natürlich, ist ja das Wichtigste heute, auch noch einen eigenen Twitter-Account. Was sie als seriöse Vertreter ihres Fachs bereits disqualifiziert. Hier _muss_ selbstredend zwingend noch ein solcher Autor-Profil-Button über den oben erwähnten Artikelende-Schaltflächen angebracht werden.

Wer jetzt dachte, dass es wohl reicht, der irrt.

Ebenfalls links neben den Artikeln findet man, zum dritten Mal, einen Facebook-Gefällt-Mir-Button. Dieser Button gehört sogar zu einer noch viel größeren Box, eine Art Ausschnitt der Fanseite der entsprechenden Rubrik beim Gesichtsbuch.

Ihr werdet mir nun zustimmen müssen, dass man durch diese Faktenlage allein zu folgendem Schluss kommen muss: SPIEGEL ONLINE lutscht sehr gerne Social-Network-Schwänze.

Und dass ihnen das ungeheuer wichtig ist, also dieses Schwanzlutschen mit allem was dazugehört, sind sie erst vor kurzem noch einen Schritt weiter gegangen.

Das ist wirklich unfassbar, aber bereits umgesetzt:

Sie haben einfach nochmal drei weitere Buttons eingebaut. Der selben überrepräsentierten Netzwerke. WHAT. THE. FUCK.

Das haben sie nun auf eine Weise gemacht, die die bisher penetranteste ist: Scrollt man als Leser nach unten, um einen Artikel ganz zu lesen, poppt plötzlich von unten eine Leiste auf. Kein. Witz. Diese Leiste geht nicht mehr weg, es sei denn, man klickt auf ein kleines „X“. Nach jedem Reload der Seite, sowie beim Lesen eines anderen Artikels, erscheint diese Leiste erneut.

Fassen wir also zusammen: Für die drei weltweit bekanntesten sozialen Netzwerke findet man nun ingesamt 9 Buttons auf einer(!) einzigen HTML-Seite. Addiert man die zwei optionalen für die Autoren und die Rubrik-Fanseiten hinzu, sind es sogar 11.

Pikant ist ebenfalls folgender Fakt: Ich hatte ja weiter oben bereits erwähnt, dass man selbst aktiv werden muss, um auch zwei kleine Buttons deutscher Netzwerke sehen zu können. Davon ist Xing definitiv relevant, und die VZ-Verzeichnisse niemals. Ein sehr bekannter Dienst aus DE ist aber Mr. Wong aus Bremen, der ebenfalls komplett ignoriert wird wie Wer kennt wen aus Köln. Das selbe trifft auf StayFriends aus Erlangen zu.

Ich weiß nicht wie du das siehst, werte Leserin/werter Leser, doch für ein so häufig besuchtes „Nachrichtenportal“, das seinen Sitz in Hamburg hat, erwarte ich, dass man solche Dienste wenigstens berücksichtigt. Schließlich werden hierzulande StayFriends und Werkenntwen häufiger genutzt als Twitter.

Dieser Social-Network-Hype war gequirlte Kacke von Anfang an. Von Beginn an hatte außer den bestens finanzierten und durch massenhafte Marketing-Manipulationen hervorragend platzierten Diensten aus den USA niemand eine Chance. Wir leben aber leider nun in einer Realität, in welcher diese Dienste von sehr sehr vielen Menschen genutzt werden. Das ist einfach so und sich komplett dagegen zu sperren würde nichts nützen. Man kann aber, verfickt nochmal, zumindest schauen, dass sich die Unterstützung für diese Dienste IM RAHMEN HÄLT. Es bringt nichts EINEN BESUCHER EINER WEBSITE MIT BUTTONS ZU MALTRÄTIEREN, die sich in der Funktion IN KEINSTER WEISE UNTERSCHEIDEN. Zumal hier der lokale Support für alternative Dienste aus DE (und die gibt es tatsächlich, mit einem Bekanntheitsgrad, der auch den „Experten“ bei SPON vertraut sein dürfte) völlig vernachlässigt wird. Das ist, so dumm es den Idioten erscheinen mag, noch wichtiger, seit die Öffentlichkeit von Geheimdienstprogrammen wie PRISM oder Tempora weiß.

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der erste browser fuer das web

1990 wurde die CERN-Praktikantin Nicola Pellow damit beauftragt den ersten Browser für das Web zu schreiben, der Webdokumente unabhängig von Rechner und Betriebssystem jedem zugänglich machen sollte. Ein essentielles Konzept, das mit dem WWW verfolgt werden sollte, war nämlich „universal readership“ (engl.: allumfassende Leserschaft).

Ihr Endergebnis, nur einen Monat später, sah dann so aus:

http://line-mode.cern.ch/www/hypertext/WWW/TheProject.html. [via]

Ab Januar 1992 konnte man die erste stabile Version dann als Download herunterladen.

Auch wenn der eigentlich erste Browser WorldWideWeb von Tim Berners-Lee eher an unsere Werkzeuge heute erinnert: Der lief nur auf NeXT-Computern. Und somit war zu Demonstrationszwecken, was das Web ist und was das eigentlich alles soll, der einfach hinfällig.

Ich verstehe, dass alleine dieser Satz die heutige Generation völligst überfordern muss: Menschen, die mit Facebook, T(z)witter, YouTube & Co. aufgewachsen sind und nichts vorher kennen, könnten auf die Idee kommen, dass das alles so gedacht war. Nein, war es nicht.

Videos waren erst gar nicht eingeplant. Und so wie man das hier sieht, war es Usus: Dokumente zugänglich zu machen, egal wo man ist. Der Browser ist text-heavy, die Texte darin ebenfalls und was man zu finden hoffte, war, aufgrund der wissenschaftlichen Behemoth-Einrichtung CERN, eben auch sehr sehr textlastig. Never forget: Mind the roots! HYPERTEXT. Ihr Nutten und Selfie-Creeps.

Heute findet man den LMB konserviert für alle interessierten Menschen unter der obigen Adresse. Und zwar im Zuge des selben Programms, das auch die erste Website überhaupt erhalten soll.

Übrigens kann man selbst heute noch von einem professionelleren Nachfolger überzeugt sein: Der heißt Lynx, stammt ungefähr aus der selben Zeit, wird heute immer noch supportet(!) und ist in jeder Linux-Distribution zu finden.

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exif-photodaten-spionage

Das war 2008, vor fünf langen und harten Jahren schon:

xkeyscore: exif data nutzung

Diese Folie kam jedoch erst kürzlich ans Licht und stammt aus den Beständen vom guten Herr Snowden bzgl. der Spionage-Software XKeyscore.

Im Kern geht es hier einfach um das Interesse von Geheimdiensten (NSA, GCHQ, BND, usw.) an den Metadaten, wenn ihr Photos macht. Egal ob Smartphone, Handy mit Kamera oder Digitalkamera, etc.: Mit eurem Bild werden allerlei Hintergrundinformationen gespeichert. Beispielsweise Kamerahersteller, Linsentyp, Datum, Uhrzeit und manchmal sogar der _exakte_ Standort.

Dieser Umstand hat z.B. einem gewissen Herrn McAfee letztes Jahr den Kopf gekostet: Weil ein paar Idioten-Jouhurnalisten vom Vice-Magazin ihn im guatemaltekischen Dschungel mit einem iPhone 4S photographiert haben, konnte ihn die Polizei dort festnehmen und zurück in die USA schaffen, wo er wegen Mordverdachts gesucht wurde. Der Link hier [via] liefert alle Informationen, die mit dem Photo gespeichert wurden; selbst heute noch(!). Shit is crazy.

Zudem könnt ihr dort selbst Bild-URLs eingeben, um zu schauen, was an Metadaten mitgeliefert wird.

Fassen wir nochmal zusammen: EXIF IS EVIL! Tut euch selbst einen Gefallen und ladet keine unbearbeiteten Bilder irgendwo hoch _und_ versendet die nicht weiter; weder per Email, SMS oder sonstwie.

Fakt ist nämlich auch (korrigiert mich, wenn ich hier falsch liege, doch es wurde von mir mit eigenen Bildern ausprobiert): Sobald das Bild durch ein Bearbeitungsprogramm gelaufen ist (das kann Photoshop, Instagram, EyeEm oder sonstwas sein) sind diese EXIF-Daten nicht mehr in voller Ausführlichkeit (und manchmal auch überhaupt nicht mehr) verfügbar. Im Endeffekt dem Dienst, der die Bearbeitung übernahm, aber schon.

In Zeiten von Breitbandinternet und der Möglichkeit auf so ziemlich unbegrenzten Webspace werden sich aber immer weniger Menschen um so etwas Gedanken machen. Wundert euch daher nicht, wenn ihr nach einem Bildtausch den Staatsschutz an der Tür habt.

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warum feedburner?

Gibt es eigentlich einen vernünftigen Grund, wieso man „FeedBurner“ nutzen sollte? Nur einen??

In meinen Augen ist dieses „Programm“ exemplarisch, was mit dieser ganzen „Web 2.0“-Kacke nicht stimmt:

– nahezu jede Webapplikation bietet bereits die Möglichkeit an sich RSS-Feeds automatisch generieren zu lassen. Manchmal sogar zusätzlich mit Atom
– wer Statistiken für seine Feeds braucht, der wird im Web fündig. Oftmals genügt es ein(!) Skript auf seinem Server zu hinterlegen, um das ans Laufen zu bringen. Das ist wesentlich weniger aufwendig als für „FeedBurner“ sich die .htaccess zu zerschießen
– viele URLs werden unfassbar lange, wenn man sie aufruft, was die Verlinkung wesentlich erschwert. Meistens hängt irgendein unsinniger Quatsch nach einem Fragezeichen nach der eigentlichen URL hintendran. Es ist kaum ersichtlich, für was so etwas gut sein soll (außer für „FeedBurner“ selbst natürlich, weil dieser Teil ja dann auch in einer URL vorkommt und so besser von diesen degenerierten SEO-Mechanismen bewertet wird)
– wieso sollte ich meine eigenen Feeds extern zu einem Dienst auslagern, der a) in den USA seinen Sitz hat, b) allen hilft im Hintergrund Ca$h zu generieren außer mir und c) eigentlich meine Feeds redirected, anstatt sie direkt über mein Medium an den Mann/die Frau zu bringen?
– überhaupt dieses Redirecting: ich erkenne hier keinerlei Sinn. Sorry, dafür reichen wohl meine intellektuellen Fähigkeiten nicht aus

Im Kern kann man „FeedBurner“ auf einen einzigen Punkt bringen: Es hilft nur Google und das gleich in mehrfacher Hinsicht.

Zum einen haben sie wieder mehr zu indizieren und können ihre Suchmaschine weiter aufrüsten. Zum anderen werden über viele Feeds direkt AdSense-Konten angesprochen. Das muss für einen Betreiber jetzt generell nichts Schlechtes sein. Es bringt ihm wahrscheinlich auf Dauer allerdings weniger Geld ein als Google selbst. Außerdem entscheidet Google darüber, was dann auf diesen Seiten gepostet werden darf, wo diese Anzeigen erscheinen. Und viertens: Das ist diese Auswertungsgeschichte. Scheinbar (ich nutze „FeedBurner“ nicht) kann man diverse Dinge über seine Feedleser erfahren, also Programme, Anzahl der Nutzer, etc. Zur Erinnerung: Das geht auch auf einem eigenen Server, ist nicht schwer und wohl auch viel diskreter. Doch genau solche Dinge sind einem Werbeunternehmen mehr wert als Anzeigenschaltungen und poplige Feed-Features im KB-Bereich. Think about it for a moment, okay.

Naja, whatever. Klar, muss am Ende jeder selbst wissen. Scheinbar ist das Programm selber auch im Sterben, wenn ich das richtig interpretiert habe, was da bei Wikipedia geschrieben steht. Dann geht die gleiche Scheiße eben unter einem anderen Namen weiter.

Pikantes Detail am Rande: Google hat die vier Gründer 2007 über Nacht zu Multi-Millionären gemacht. Einer von denen, Dick Costolo, ist seit 2010 CEO von meinem Lieblingsdienst T(z)witter

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