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Archiv für die Kategorie „Virtuelle Realität“

influenca

Influenca – geh‘ mir bitte aus der Sonne, du bist ansteckend/
Wie ein Virus, den Dreck, den du verbreitest, ist das anstrengend/
Influenca – wieso werden das immer mehr behinderte Kinder/
Warum haben eure Eltern nicht verhütet, was hat ihre Aufklärung verhindert/

Rede nicht mit ihr, denn sie hat eine schreckliche Krankheit/
sie postet lieber drei Tage Kinderzimmer als einen Tag in Frankreich/
nee, die Sprache kann sie eh nicht, doch schreibt sie einen Track darüber/
der sich nicht mal reimt, wenigstens bucht sie später bei Über/
ein Track für’s Radio, eigentlich ist sie gar nicht so, genießt nur ihr Smartphone/
sie hat Fans, Millionen Follower, alle gekauft im Darkweb, doch sei’s drum/
sie kann gut, sehr gut auf Zehenspitzen gehen und auch wenn/
sie keinerlei Talente hat wollen es in sozialen Medien Millionen sehen/
ist doch fast wie Fernsehen! Sagt ihre Oma auch, sie fotografiert gerne für/
Hardcore-GILF-GIF-Videos mit Opas Feuerwehrschlauch. Er holt ihn raus/
oh nein, sie nimmt gerade auf und Papa kommt rein/
er sagt Mama hat ihn heute verlassen wegen der Tochter ihrer Dummheit/
Oma rennt, Opa pennt, Mama ist weg und Papa schreit/
es klingelt die Tür und das Telefon zur selben Zeit, weil mal wieder Polizei/
der Wachtmeister bekommt von ihr einen BJ zwischen Angel und Tür/
ihr Nick im Internet ist BJAlice02, jetzt weißt du wofür/

Influenca – geh‘ mir bitte aus der Sonne, du bist ansteckend/
Wie ein Virus, den Dreck, den du verbreitest, ist das anstrengend/
Influenca – wieso werden das immer mehr behinderte Kinder/
Warum haben eure Eltern nicht verhütet, was hat ihre Aufklärung verhindert/

Heute wurde er 17, das muss heftig gefeiert werden/
Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Hormone, denn er will ein Mädchen werden/
seit kurzem postet er seine Fortschritte in einem Vlog/
mit glatter Haut und dicken Titten klappt es mit Followern wie/
ist auch egal. Im Texten war er nie die Leuchte, hat die Schule schon geschmissen/
Was er werden will, keine Ahnung, das fragt sein Jugendberater auch/
er gehe lieber shoppen mit Hartz IV, weil seine Mutter nicht arbeiten braucht/
er liebe immer noch Deutschland, früher mit Flagge und Glatze frisch rasiert/
heute mit blauen Kontaktlinsen und blondierten Haaren für die kastrierten Massen/
wozu sich Gedanken machen, alles läuft doch wie es soll/
er ist noch nicht sicher, ob er ihn sich abnehmen lassen soll/
denn wenn er hart wird, und er sich damit zwischen die Titten spritzt/
ist er froh, wenn er es noch schafft bevor er kommt auf Record zu klicken/
doch meist gelingt ihm das nicht, dann spritzt er sich ins Gesicht/
Gott, er liebt sein iPhone, hat ihn letztes Jahr nur die Niere gekostet/
sein Nick ist Trafica03.com, ihn hat das Internet verhorstet/

Influenca – geh‘ mir bitte aus der Sonne, du bist ansteckend/
Wie ein Virus, den Dreck, den du verbreitest, ist das anstrengend/
Influenca – wieso werden das immer mehr behinderte Kinder/
Warum haben eure Eltern nicht verhütet, was hat ihre Aufklärung verhindert/

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androiden, elfte generation

Weltweit soll es über 2,5 Milliarden (Stand Mitte 2019) Nutzer des auf Linux basierenden Android-Betriebssystems geben. Die Kontrolle über dieses Betriebssystem hat eine US-amerikanische Technologiefirma, die aktuell fast 324 Milliarden US-Dollar wert sein soll. Man sollte also meinen, die Veröffentlichung einer neuen Hauptversion dieses Betriebssystems, dem Kernstück auf Milliarden Geräten für Hosentaschen, muss ja faktisch mit großem Tamtam der Weltöffentlichkeit präsentiert werden.

Android & Androidesse

Was macht Google stattdessen?

Spielt Indie und veröffentlicht, auch noch auf der eigenen Blogger-Plattform, lediglich einen ranzigen Blogpost: https://germany.googleblog.com/2020/09/unkompliziert-ubersichtlich-und.html.

W00t!

Nee, ist geil! Ehrlich gemeint! Wie selbstbewusst! Und mutig.

In Coronazeiten solche Meldungen an die Konsumenten des Planeten zu bringen ist schwerer als früher. Selbst der Megakonzern Apple, größter Konkurrent auf Smartphone- und Tablet-Gebiet, musste sich dieses Jahr etwas einfallen lassen, verschickte mysteriösere Nachrichten als sonst, hält noch Events ab _und_ versteckt Easter Eggs in Form Augmentierter-Realität-Goodies. DAS ist genau die selbe Richtung, allerdings um 180 Grad versetzt. Der eigene Charakter bestimmt hier, zu welcher Seite man gehören mag und welche einem besser gefällt. Der Kapitalismus neoliberaler Prägung ist doch etwas Wundervolles!

Jüngst kam auch auch heraus, dass entwicklerintern die Süßigkeiten-Codenames weiterhin verwendet werden: Android 11 heißt dort Red Velvet Cake. Die offizielle Meldung geht eigentlich anders, hier werden seit Version 10 keine süßen Aliase mehr benutzt.

Doch was soll eigentlich nun genau neu sein in Version 11?

Wenn ich das wissen will, lese ich keine News oder Blogposts, ich schaue in die Versionshistorie auf Wikipedia. Dort steht, Neuerungen seien diese hier:

* Temporäre App-Berechtigungen
* Unterstützung von 5G-Mobilfunknetzen
* Chats bekommen einen eigenen Bereich im Benachrichtigungsmenü
* Bluetooth bleibt im Flugmodus aktiviert
* Native Bildschirmaufnahme
* Stummschalten von Benachrichtigungen bei Videoaufnahmen
* Benachrichtigungsverlauf
* Rückgängigmachen von kürzlich gestoppten Apps
* Aktueller Sicherheitspatch-Stand: September 2020

Wirklich viel ist es nicht und wirklich revolutionär Neues kann ich hier nicht entnehmen. Das ist seit Jahren auch nicht mehr zu erwarten in dem Bereich. Wenigstens keine Liste mit „Updates für Emojis“ (oje…).

Mein persönlicher Eindruck ist sowieso: mit jeder neuen Hauptversion macht es Google unabhängigen Entwicklern schwerer 1) eigene ROMs zu bauen und 2) eigene Geräte auf dem neuesten Stand zu halten. Auch fliegen mittlerweile alle Apps, die älter als 1 Jahr sind, automatisch aus dem hauseigenen App-Store, aktualisiert man hier nicht mindestens die Version, auf der diese lauffähig sein sollen.

Die Hochzeit der Smartphones ist vorbei. Dann halt wieder LEGO.

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2020: alles wird kurzweil

Keine Panik! Sieht alles schlimmer aus, als es ist! Ende 2020 wird für uns alle doch noch alles gut!

Ray Kurzweil
Turntable-Rocker mit Grüßen aus 2006: US-Futurist Ray Kurzweil

Aus Langeweile seit Ewigkeiten mal wieder in einem meiner eigenen Ebooks geschmöckert. Dort habe ich mit Datum 23.11.06 einen interessanten Text entdeckt, betitelt sick shit II. Er dreht sich um Blicke in die Gegenwart einer noch 14 Menschenjahre entfernten Welt.

Spätestens Ende 2020 wird alles gut für die Menschen sein, aus medizinischer Sicht. Denn dann „flitzen Nanobots umher in unserer Blutbahn und werden uns gesund und jung halten“. Sind doch nur noch wenige Monate! Wird schon schiefgehen!

Natürlich gibt es die Onlinequelle dieser kurzweiligen, optimistischen Vorhersagen heute nicht mehr. Ich fand jedoch im Internet Archive noch einen Schnappschuss der Website, wo diese und mehr Prognosen online publiziert wurden. Und dann war da noch…

…“2020 werde die Lebensdauer eines Menschen wesentlich größer als heute sein“. Gut, das war jetzt nicht ganz so schwer, trifft seit 2014 allerdings auf die USA nicht mehr zu.

Oder „2020 werden wir uns komplett in virtuellen Umgebungen bewegen. Anstatt jemanden anzurufen werden wir unser Gegenüber irgendwo virtuell treffen, können virtuelle Strandspaziergänge machen und uns dort unterhalten. Meetings werden in beruhigenden Örtlichkeiten nur noch virtuell stattfinden.“ Möp! Meetings finden im Jahr 2020 wie Ende der 90er-Jahre weiterhin in ranzigen Chat-Applikationen statt und kommen öfter mal direkt aus dem Big-Brother-Ministerium Chinas. Gut, statt nur zu schreiben kann man sein Gegenüber mittlerweile auch direkt anrufen (will niemand wirklich) und man kann es auch in Echtzeit sehen, wenngleich in mieser Handykameraqualität (wenn deutsches Internet einen guten Tag hat). „Virtuelle Strandspaziergänge“ hätten uns in Lockdownzeiten sicherlich mental ein bisschen geholfen, doch in der Realität sehen wir nur wechselnde Standbilder als auswählbare Hintergründe in „Microsoft Teams“. Tja, so unterscheiden sich Begrifflichkeiten früher und heute in Bezug auf „virtuelle Welten“. Hätte man extra dazusagen müssen, klar.

„Innerhalb der nächsten zehn Jahre“, also aus Sicht des Textes um 2016 herum, „müsse sich kein Mensch mehr mit Erkältungen rumschlagen.“ Allerweltskrankheiten wie die Influenza, die aktuell weltweit Zehntausende Tote fordert pro Jahr, ließen sich durch „die Nanotechnologie komplett ausrotten“. Nanotechnologie versus COVID-19 FTW! Läuft doch!

Zu seiner Verteidigung will ich am Ende anmerken, bei manchen Prognosen aus dem Text hat man ihn auch gnadenlos geschnitten.

Augmentierte Realität durch Brillen zum Beispiel – Google Glass wurde 2014 für den Massenmarkt aus moralischen und ethischen Bedenken von Google selbst aus dem Verkehr gezogen. Oder der Verbreitung von Viren durch Terroristen – offenbar nichts im Vergleich zu Zoonosen. Anderes Zeug, Themen wie „Züchten von Organen“ und „Metamorphosen von Hautzellen“, erspare ich uns jetzt, es ist kurz vor halb Acht und draußen hat es 30+°C. Seit Freitag.

Ja. Wahrsagerei ist auch kein Zuckerschlecken mehr. 2020 – wir packen das!

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spectre: es ist immer noch hier

Weihnachten 2017: Kernel-Entwickler arbeiten durch. Neujahr 2018 ebenso. Der Grund: eklatante Hardwarefehler in Computerprozessoren, dem Gehirn unserer PCs. Die Wissenschaftler taufen diese „Meltdown“ und „Spectre“, „Kernschmelze“ und „Schreckgespenst“.

Spectre

Sommer 2020. Inzwischen sind wir in Monat #32 nach Bekanntwerden dieser Hardwarelücken. Was der aktuelle Stand?

Folgender:

SUMMARY: CVE-2017-5753, CVE-2017-5715, CVE-2017-5754, CVE-2018-3640, CVE-2018-3639, CVE-2018-3615, CVE-2018-3620, CVE-2018-3646, CVE-2018-12126, CVE-2018-12130, CVE-2018-12127, CVE-2019-11091, CVE-2019-11135, CVE-2018-12207

Oben: Zusammenfassung aktueller CPU-Lücken des Tools spectre-meltdown-checker, Stand August 2020

Aus drei Lücken (CVE-2017-5753, CVE-2017-5715, CVE-2017-5754) wurden 14. In Worten: Vierzehn.

Selbst AMD scheint auch 2020 nicht in der Lage zu sein Prozessoren zu bauen, die alle Fehler ausschließen können.

Unterziehe ich meinen neuesten AMD-Prozessor, den 4800HS, einem Test mit dem kostenlosen OpenSource-Tool spectre-meltdown-checker, wird klar, dass besonders ein Bug hardwaretechnisch bisher unmöglich zu beseitigen scheint.

Es ist jener mit den Kennungen CVE-2017-5753 aka ‚Spectre Variant 1, bounds check bypass‘, CVE-2017-5715 aka ‚Spectre Variant 2, branch target injection‘ und CVE-2018-3639 aka ‚Variant 4, speculative store bypass‘, bekannt als „Spectre“, das „Schreckgespenst“.

Ohne die pausenlose Arbeit zum Jahreswechsel 2017/2018 der weltweiten Entwickler-Community, wären selbst AMD-CPUs des Jahres 2020 hier verwundbar. Die gelisteten drei Varianten von Spectre sind ledliglich softwareseitig gepatcht und damit seit über 2,5 Jahren auf keinem aktuelleren Stand als damals.

Mir ist das zu lange. Als Entwickler, wie als Anwender.

Von 14 Hardwarefehlern sind 11 aus der Welt und drei nach wie vor vorhanden. Willkommen in der neuen Realität der 78,57%-PC-Hardware für 100% hardverdientes Geld! Was ein Scheißdreck.

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DIE dating-revolution

I'm there for you -  toy digital sillinesss

Im Januar erzählte mir ein Kollege, ich solle „Tinder“ versuchen.
Es sei „der ideale Weg um Bräute abzuchecken“.
Also habe ich mich dort angemeldet.
Über mein eigenes Smartphone, ist Risiko, klar.
Ich durfte mir das einfach nicht entgehen lassen.
Woche für Woche schaue ich mal rein.
Irgendwie posten alle Honeys nur noch ihr „Instagram“-Profil.
Oder Zwei-Sekunden-Infinite-Loop-GIFs.
Das war aber gar nicht mein Problem, weil:
ich habe gemerkt, ich bin hässlich.
Und habe nur vier Likes. Pardon: „Matches“.
Und das auch noch während weltweiter Pandemiezeiten!
Um Depressionen zu vermeiden kam mir nur eine Lösung:
Ich lasse mir Titten machen.
Nächste Woche habe ich Termin.
#Zeitgeist

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href.ninja wird 5.000

Und noch ein internes Mega-Jubiläum dieses Jahr: meine Linkschleuder href.ninja wird 5.000!

href.ninja logo banner

Genauer scheint das bereits seit längerem der Fall zu sein, denn aktuell zählt die Sammlung meiner |)i3 @L73RN/-\7Ive pr€$$€/-\G3nt|_|R 5.108 Hyperlinks inklusive kurzen eigenen Beiträgen zu Lesenswertem. Zeitlich liegen wir hier also irgendwo bei Anfang April 2020, wann dieser Meilenstein geknackt wurde.

Witziger Zufall ist, dass es für href.ninja am 8. April 2012 online los ging. Also weiß ich ziemlich genau die Zeitspanne, wann die 10.000 geknackt sein werden: irgendwann April 2028 herum.

Nicht witzig war, dass viele Links und Hinweise meines virtuellen Kurzzeitgedächtnisses für immer verloren sind: meine Anmeldung bei del.icio.us war am 21.09.06 schon, ab diesem Datum sollten Daten vorhanden sein. Die zahlreichen Verkäufe der damals sehr beliebten „Web 2.0“-Plattform und andere Schwierigkeiten mit dem Management, hatten mein Ursprungsarchiv irgendwann für immer zerstört. Ich tippe, dass rund 500-1.000 gesammelte Links so im Datennirwana landeten.

Das, und der Umstand, ein eigenes Konkurrenzprodukt zum Kurznachrichten-Masseur-Webdienst Twitter anbieten zu können, führten irgendwann 2012 dazu, ein eigenes System auf meinem Server für mein Gehirn-RAM aufzuziehen.

Bis heute läuft es mit dem datenbanklosen Unterbau Shaarli, initiiert von dem Franzosen Valentin CARRUESCO aka Idleman. Nur fragt mich nicht, in welcher Version: der Code wird schon seit Jahren von der Community über GitHub weiterentwickelt. Und von mir zu selten abgerufen und geupdatet…

Solche autarken Systeme wären nicht nur im Krisenjahr 2020 wichtig gewesen. Mich schaudert nach wie vor, wenn ich von „offiziellen“ Meldungen von Politikern oder Behörden über Twitter höre, das sollte meiner Meinung nach verboten werden. Genauso wenig kann ich ein Onlinemagazin ernst nehmen, das permanente Verweise in eigenen(!) Artikeln zu Twitter oder Instagram oder sonstigem Webschundrotz „einbettet“. Das ist nicht unabhängig, sondern faul und eklig und gehört ebenso verboten. Von dem Cookie-Dreck und Werbe-IDs, die man mitliefert, ganz zu schweigen.

Baut euren eigenen Webdienst auf! Eine Domain mit eigenem Webspace (heute Neusprech „Cloudspace“) kostet heute keine 10€ mehr im Jahr, ein System wie Shaarli ist in 5-10 Minuten aufgezogen und betriebsbereit. Das sage und schreibe ich bereits seit 20 Jahren, sehe dagegen weiterhin nur Dreck und die Leute konsumieren oder produzieren es doch weg.

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dein pod – deine daten

Stell‘ dir vor, Datenkraken wie Facebook, Twitter und Co. würde deine persönlichen Daten nicht exploiten und daraus resultierenden Cashflow nicht in die eigenen Taschen abführen, sondern müssten um Erlaubnis fragen, um diese Daten aus eurem eigenen Daten-Container (hier genannt POD – Personal Online Data) erhalten zu können.

Das ist das Grundkonzept von SOLID:

SOLID - Gateway fuer deine Daten

SOLID wurde bereits 2018 kurz hier vorgestellt. Da sich das Problem mit der Verwertung oft gegen den Willen der Nutzer aber in der Zwischenzeit nicht verbessert, sondern noch eher verschlimmert hat, hat Hackaday erst Ende März und dann noch Anfang April das Projekt erneut breiter ausgeleuchtet.

Das sind Link-Tipps und Must-Reads gleichzeitig, denn wenn bisher eines seit Erfindung des WWW Anfang der 90er nicht funktioniert hat, dann dass die Menschen gelernt haben, damit umzugehen. Man muss ihnen weiter helfen.

Vom WWW-Erfinder höchstselbst stammt die Idee zu SOLID: Tim Berners-Lee. Sie schießt ins selbe Kraut wie die seit Monaten andauernden Diskussionen, dass wir das WWW an Mega-Konzerne mit zwielichtigen Visionen verloren und uns sogar gopher zurückwünschen: es läuft was schief mit dem Web, schon seit Jahren, wie biegen wir das jetzt wieder gerade?

Ist eine Riesen-Herausforderung.

Schließlich lässt sich Zeit nicht zurückdrehen, Facebook beispielsweise nicht wieder zurückcoden, WhatsApp oder Instagram für Milliarden zurückkaufen: „Was mit Zucky zusammen den Bach runterging war die Illusion einer zentralen Wahrung der persönlichen digitalen Identität, die er mitkreierte. Eine Generation von unheilbaren Web-Krüppeln; gescheiterten Nutzern, die niemals den essentiellen revolutionären Hintergedanken eines dezentralen Informationsdienstes verstanden hatten. Die verzweifelte Annahme, dass jemand, oder zumindest irgendeine Kraft, sich um die Daten nach dem Klick auf den Button kümmert.“

Auch Hackaday spricht denn auch von „Glück“, sollte SOLID funktionieren: in dem Fall gäbe es Wettbewerb in diesem Bereich, da NutzerInnen ihre Daten einfach mitnehmen könnten, wie bei einem Umzug. Wohl im Konjunktiv.

Wenn SOLID, ein OpenSource-Projekt vom Erfinder des Web selbst Glück braucht, und noch viel mehr Zeit, um Perspektive zu geben, was bleibt in der Zwischenzeit?

Nun, es liegt zum einen an einem selbst: PODs nämlich, wenn auch nicht für SOLID, kann man heute schon selbst aufsetzen, dezentrale soziale Netzwerke gibt es bereits in recht ausgereifter Form. Friendica, diaspora* und Mastodon sind solche, recht bekannten Beispiele. Zum anderen: nee, da gibbet nichts mehr an Alternativen. Wir sind Schuld daran. Wir sollten nicht stolz darauf sein.

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seti@home macht dicht

Eine gewohnte und beliebte Szenerie auf PCs jeglicher Bauart seit den 90ern des vergangenen Jahrtausends:

Mein SetiATHome-Linux-Client
Oben: Mein SETI@home-Client, Stand März 2020

Das leider viel zu früh IMHO, Ende diesen(!) Monats nämlich, endgültig der Vergangenheit angehören wird:

Google-Screenshot, UC-Berkeley-Ankuendigung, Maerz 2020

Das Projekt SETI@home, jahrelang synonym verwendet für Projekte des verteilten Rechnens, das sich zur Aufgabe gestellt hatte nach außerirdischem Leben zu suchen, stellt den Betrieb ein. T_T

Warum? Offiziell wegen „abnehmenden Erträgen“. Übersetzt: zu wenig Nutzer. Stand Januar waren das noch ca. 104.000 weltweit…

Das Projekt wird abgeschaltet.
Sogar auf unbestimmte Zeit.
Man wolle sich nun der „Auswertung der Ergebnisse widmen“ und die irgendwann auch veröffentlichen.
Das offizielle Statement gibt es auf der Projekt-Homepage: https://setiathome.berkeley.edu.

Man zerstört hier Träume und bricht mit Hoffnungen von Millionen von Erwachsenen und Kindern.
Ich hoffe das ist den Machern bewusst.
Unsere Zeiten hier auf diesem kaputten Planeten werden erneut ein Stück sinnloser.

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gopher://

Gopher: das ist nicht nur der Hauptgegner von Bill Murray in der 80er-Jahre-Kultkomödie „Caddyshack“. Gopher war auch sehr lange die absolute Nemesis des WWW, bevor es seinen Durchbruch mit dem Projekt Netscape in den 90ern hatte.

Spulen wir vorwärts in die Gegenwart, ist von den revolutionären und innovativen Gedanken des WWW nicht viel mehr übrig: längst haben globale kommerzielle Interessen die Technologie übernommen und überrollen den Planeten und dessen Bewohner mit fragwürdigen Produkten in Form von Apps oder gleich ganzer Hardware, wie bei Smartphones geschehen. Kein Wunder, dass sich mancher Netzpionier mittlerweile wieder das auf Port 70 statt 80 laufende Internet-(Text-)Protokoll zurückwünscht.

Ungewollt habe ich nun seit über 12 Monaten die Befürwortung von gopher und massive Kritik am WWW mitprotokolliert, nachfolgend eine kleine Chronologie und Zusammenfassung:

16.02.19
„Warum wir IT-Experten wieder mehr auf „Gopher“ setzen sollten“
https://box.matto.nl/revivegopher.html

16.04.19
„Web-Alternativen: Gopher, Shizaru, Neocities, Water.css – Ideen gegen die degenerierten derzeitigen Entwicklungen des WWW“
https://jfm.carcosa.net/links/2019/04/links-2019-04-14/

10.12.19
„Hier wieder mal ein Artikel/Rant Pro Gopher und Kontra WWW“
http://www.therandymon.com/index.php?/archives/338-This-isnt-fun-anymore.html

24.02.19
„Kult-Blogger Cory Doctorow: wie wir zusammen mit Gopher das Netz gegen Monopolisten verloren“
https://tech.slashdot.org/story/20/02/21/2240222/gophers-rise-and-fall-shows-how-much-we-lost-when-monopolists-stole-the-net

Jop.
Schon jetzt nuff said.
Und so.

Trefflich streiten lässt sich selbstredend, ob die virtuelle Welt mit gopher:// so viel besser gewesen wäre statt mit http://. Für mich braucht es eigentlich keinen NSA-Skandal, um zu erkennen, dass wir uns jahrelang in die falsche Richtung bewegt haben mit dem Web, v.a. kommerziell. Staatlich ja teilweise überhaupt nirgendwo hin.

Auch die jüngsten Diskussionen um die .org-Domainproblematik schießen ins selbe Kraut.

Ich hätte mir rückblickend einfach gewünscht, meine Freunde wären nicht alle zur Datenkrake Facebook gegangen und hätten sich exploiten lassen, sondern hätten lieber mich direkt gefragt, ob ich ihnen wegen meiner Internetaffinität eine eigene Website erstellen könnte. So wäre meine Hoffnung nicht auch schon längst flöten gegangen. Die Nummer eines Transportprotokolls wäre mir dann bis heute völlig egal.

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requiescat in pace, syd mead

Es gibt Todesfälle von Künstlern, die will man nicht (wahr) haben.

Einfach, weil es absolute Ausnahmetalente ihres Fachs waren.

Oder weil sie einen selbst geprägt haben wie kaum weitere.

Für mich war Syd Mead beides.

Ein Genie, der „meine“ Cyberpunk-Welten so visualisieren konnte, wie ich sie am liebsten hatte: realistisch, düster, farbenfroh & kraftvoll.

Schnappschuss von heute der Website sydmead.com
Schnappschuss von heute, 3.2.20, der offiziellen Website sydmead.com.

Syd Mead verstarb bereits am 30. Dezember 2019 im Alter von 86 Jahren. Seine letzten Worte sollen gewesen sein: „Ich bin hier fertig. Sie kommen und holen mich zurück.“

Syd, wherever you went, farewell! You’ll surely be missed! Thanks for your patience in creating those worlds. And also for your courage in publishing those. I don’t think your place will be replaced easily. Requiescat In Pace, dear old cyberpunk friend!

Empfohlene Links:
http://sydmead.com/ – offizielle Website
„The Movie Art of Syd Mead: Visual Futurist“ (Englisch) – Gebundenes Buch, 28,99€, amazon.de
Meldung des Todes von Syd Maed – über dezeen.com, 02.01.20
„In Memory of Syd Mead: The Grandfather of Concept Design“ – via artstation.com
„The Art of Syd Mead“, via iamag.co

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cyberpunk: bitte was!? teil II

Das Jahr 2020 beginnt für dieses Underground-Blög mit einem schockierenden Fakt: Cyberpunks lesen Mangas!

No shit:

Masmaune Shirow: Ghost In The Shell - Deluxe Complete Box Set

Was wir hier sehen ist eine Art „offizielles Unboxing“ der Deluxe Complete Box Set-Edition aus dem japanischen Verlagshaus Kodansha zu Ghost In The Shell!

Den Direktlink zur Galerie findet ihr hier, könnt euch das direkt anschauen oder auch herunterladen: https://cloud.aethyx.eu/index.php/apps/gallery/s/xY5C3nzX6GWMmdm.

Diese Komplettausgabe aus 2017 ist die erste überhaupt des Ende der 80er Jahre erschienene Kult-Mangas, der eine sagenhafte Franchise nach sich zog, die man im japanischen Original, also von rechts nach links, lesen darf.

Auf 864 Seiten erfährt man in englischer Sprache alles zu den Hintergründen des „Ghost In The Shell“-Kosmos und woher der Stoff für die ersten Animes und auch die Anreize zu den Anime-Serien stammt. Die Box enthält alle drei GITS-Bände, also „Ghost in the Shell“ (1989 – 1991), „Ghost in the Shell 2 – Man-Machine Interface“ (1997), „Ghost in the Shell 1.5 Human-Error Processor“ (2003).

Wer sich Cyberpunk nennt, der kommt daran nicht vorbei! 🙂

Einziger Wermutstropfen: da es nicht die Ausgaben der 2nd Edition von Dark Horse aus dem Jahr 2004 sind, sondern eben die westlichen, und Herr Shirow damals auch von anderen Verlegern zu viel Druck hatte, enthält die Box die berüchtigten Sexszenen des dritten Hefts Schrottdschungel nicht. Das macht aber überhaupt nix: da es sich durchgängig um Seinen-Mangas handelt, sind, v.a. die farbigen Seiten, pervers geil genug!

Interessant und zum Schießen sind auch immer wieder die Originalkommentare des Autors: damit hätte man ganze Bücher füllen können! 😀 Man findet die meist an den Rändern der Seiten, wo viel über Shirows Philosophie, Waffenkenntnis, Meinung zu Politik und Technik, und v.w.m. vermerkt wurde. Absolute Highlights, immer wieder! Oft sind das auch einfach nur Rants oder Meinungen zu einzelnen Panels; zum Wegwerfen manchmal! ^^

Die Box ist im Internet zum Preis zwischen 60€ und 90€ zu haben (ohne Versand) und kommt in einem dicken, hochwertigen Pappschuber, sowie mit einer kleinen Lithografie.

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mein schwarzweiss

Stell‘ dir vor, die Göttin Hera gäbe es wirklich.

Und sie hätte vor, einen Drum’n’Bass-Track aufzunehmen, zu dem sie die Lyrics beisteuert.

Es gäbe nur einen Titel für diesen Track: My Black & White.

Es gäbe nur einen Produzenten dafür: Klute aus UK, Tom Withers.

Und nur einen einzigen Verrückten auf dem gesamten Planeten, der die Eier und die Skills dazu hat, daraus auch noch einen Remix zu machen: Calibre.

Hört sich gut an! Hört sich so an:

März 2014. Commercial Suicide Records. Ein zeitloses Meisterwerk. Willkommen in meiner Welt!

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cyberpunk: bitte was!? teil I

Wer online über mich recherchiert, findet schnell heraus, dass ich mich als Cyberpunk bezeichne. In der Folge und weiteren guten Gesprächen, meist in der Realität, erläutere ich sehr gerne, was das ist und wie ich dazu kam.

Selbst heute kann mit dem Begriff allein nämlich nicht jede/r etwas anfangen, obwohl wir mittlerweile von Cyberpunk-Themen im Alltag durchdrungen sind.

Mit der neuen exklusiven Reihe Cyberpunk: bitte was!? will ich erzählen, was ich persönlich zum Thema beizutragen habe. Folge 1 der Serie widmet sich meinen jugendlichen Anfängen.

Keine Sorge, geht in dem Fall ganz schnell. 🙂

Wir schreiben das Jahr 1997 oder 1998. Ich war 14 oder 15. Der Musiksender MTV läuft in meiner kleinen Röhrenglotze. Und zwar mit folgendem Video:

Der Titel des Songs war „King of my castle“, Künstler war eine Band namens Wamdue Project. In Zeiten ohne Internet musste das einfach an Informationen reichen damals.

Und mit Kraftwerk in meinen Genen war ich nicht nur wie automatisch gehooket auf einem superben Electronica-Track. Sondern das erste Mal in meinem Leben wohl auch auf einem Anime.

Internet und Anime, oder gar Mangas, kamen erst Jahre später in mein Leben.

Im zweiten Teil widme ich mich erneut der hier im Musikvideo vorgestellten Bewegtbild-Koryphäe „Ghost In The Shell“, wenn auch in anderer Form. Stay tuned! Das Thema „G.I.T.S.“ sollte mich nämlich bis heute, spät in die 30er, einfach nicht los lassen…

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gpt-2

The Fields of Artificial Intelligence. Infographic @Fisher85M via @antgrasso #AI #NeuralNetworks #ML
(Oben: Forschungsbereiche der künstlichen Intelligenz, CC0 Paula Piccard)

Den Spezifikationen nach hat man bei der KI-Text-Software GPT-2 alles richtig gemacht:

* 1,5 Milliarden Parameter
* Datensatz von 8 Millionen Webseiten als Grundlage
* einfach gestecktes Ziel: Vorhersage des nächsten Worts in einem 40GB-großen Internet-Text

Entstanden ist so „das Modell einer unbeaufsichtigten Sprache, das allgemeinverständliche Textpassagen mit einer guten Performanz und einem rudimentären Leseverständnis, sowie Maschinenübersetzung, Fragestellung und Zusammenfassung“ (Quelle: https://openai.com/blog/better-language-models/) in sich vereint.

Als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Planeten Erde ein „Hut ab!“ von mir und Respekt, dass es im Jahr 2019 solch eine Software gibt! Das war eine News im Februar.

Daraus entstanden ist ein regelrechter „Shitstorm“. Denn paranoide Zeitgenossen und Skeptiker witterten darin „ein bereits einsetzbares Programm zur Verbreitung von Fake News, Spam und Desinformation“ (via).

Mittlerweile haben sich die Gemüter wohl beruhigt. Und OpenAI, ein gerade mal vier Jährchen junges Startup aus San Francisco, war die Sache dann zu blöd, die haben die Vollversion der Software letzte Woche kurzerhand öffentlich gemacht.

Von nun an sollten wir alle in der Lage sein, theoretisch, z.B. durch die Eingabe einer beliebigen Überschrift, uns einen entsprechend sinnvollen Text generieren zu lassen. Oder umgekehrt. Und noch viel mehr.

Um zu verstehen, wie das System funktioniert, muss man der englischen Sprache mächtig sein und kann dann mal live hier ausprobieren, worum es geht:

https://talktotransformer.com/.

Einziger Wermutstropfen: die Dropdown ist bereits vorausgefüllt. Trotzdem: nettes Web-Gimmick mit Potenzial!

„The Verge“ hat in einem entsprechenden Artikel natürlich allerlei Nachteile entdeckt: die Verwendung von Namen durchgängig im Text sei nicht kohärent; das System bleibe in einem Nachrichtenartikel nicht beim Thema; solche Sachen. Doch ganz ehrlich: das machen Menschen auch und irgendwo kamen ja auch die Millionen Texte her. Das kann durchaus auch erlernt sein, bleibt aber natürlich Spekulation.

„The Verge“ war auch eines von vielen US-Onlinemedien, denen gar nicht so wirklich wichtig war, was hier genau Revolutionäres passiert. Viele Passagen im Artikel dort widmen sich einer laufenden US-Debatte, ob KI-Forscher Schaden anrichten oder nicht und ob denen das bewusst ist. Ich will da auch nicht weiter darauf eingehen, weil da sind auch wieder so hässliche Themen dabei. Kurzes Fazit: in ~95% der Fälle wissen die OpenAI-Mitarbeiter wohl selbst, ob ein Text ein GPT-2-erstellter ist.

Für mich hingegen ist eigentlich nur wichtig: wann geht denn jetzt Eliza Cassan endlich auf Sendung in meiner Glotze!?

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datenkolonialismus

Wichtiges Thema, sehr gute Blickwinkel, die Ali Rae in ihrer fünfteiligen Serie „All Hail The Algorithm“ hier genauer untersucht:

Die Rede ist vom Datenkolonialismus.

Eigentlich kaum Unterschiede zu den Zeiten des Spaniers Christoph Kolumbus und dem „Entdecken der Neuen Welt“. Nur, dass Kolumbus heute vornehmlich zwei Staaten darstellt, die USA und China, und die „Neue Welt“ eben die Virtualität (oder was man hierzulande häufig unter „Neuland“ versteht).

Zu Wort kommen zwei Autoren, die das Thema versuchen wissenschaftlich anzupacken und ein Buch darüber geschrieben haben, Ulises Mejias und Nick Couldry. Das ist alles weitestgehend nachvollziehbar und wenig neu gewesen.

Neu und wo uns bisher völlig der Einblick fehlte ohne diese Reihe, sind Staaten, die direkt von dieser neuen Art Kolonialismus betroffen sind und die beispielsweise vom afrikanischen Kontinent stammen.

Hier sind es Nanjala Nyabola, eine Autorin und politische Analystin, sowie Nanjira Sambuli, ihres Zeichens Aktivistin des World Wide Web Foundation-Forums, das 2009 vom Web-Erfinder persönlich, Tim Berners-Lee, ins Leben gerufen wurde, und sich für ein „offenes und freies Web für jeden Menschen“ einsetzt.

„We’re the bodies producing the data – but we’re not necessarily the ones benefitting from that.“ – Zitat Nanjira Sambuli

Europa hat erst letztes Jahr mit der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) ein Zeichen gegen diese Art des Datenmissbrauchs gesetzt. Es kann als erster Schritt der EU gesehen werden, sich gegen „Big Data“ und deren Sammelwut zu wehren. Solange jedoch nicht die darin enthaltenen Sanktionen auch ordentlich und in voller Höhe vollstreckt werden, könnte dieses neue Gesetz auf Dauer zu einem „Papiertiger“ zusammenfallen.

Staaten wie die afrikanischen besitzen solche starken, recht schnellen Gesetzgebungsorgane nicht, das wird auch in diesem Film sehr deutlich. Es bleibt abzuwarten, wie sich solche Regionen gegen diese mächtigen Konzerne wehren wollen, wenn dies überhaupt möglich sein sollte.

Was Ali Rae hier liefert ist grundsolide und mutig, absolute Anschau-Empfehlung!

Gleichzeitig finde ich persönlich es natürlich wieder sehr bedrückend, solche Begrifflichkeiten weit im 21. Jahrhundert lesen zu müssen. Insbesondere in Verbindung mit IT-Themen. Das geht in die selbe Richtung wie „quantum supremacy“. Gut, da können die Quanten nichts dafür, doch „supremacy“ ist eine ekelhafte Idiologie, über die wir uns längst hinweggesetzt haben sollten. Da es leider keinen deutschsprachigen Eintrag bei Wikipedia gibt, verlinke ich hier zum Abschluss den englischsprachigen: https://en.wikipedia.org/wiki/Supremacism.

[Update I, 15.12.19]

Gerade die Beobachtungen in der Schlusspassage meines Textes hier stoßen mittlerweile weiteren Wissenschaftlern auf: im Magazin „Nature“ wurde ein Brief publik, verfasst von 13 Wissenschaftlern, die diesen Begriff ebenfalls nicht tolerieren wollen. Das sind nicht viele, aber immerhin. Sie fordern darin das abwertende und rassistische Wort „supremacy“ durch „advantage“, also übersetzt Vorteil, zu ersetzen.

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