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wow: world of wannacry


~ Lesezeit: 3 Minuten

Seit Freitag kann man quasi live mitverfolgen, was passiert, wenn Unternehmen weiterhin auf Windows XP oder auch Windows Server 2003 setzen: Die Erpresser-Software WannaCrypt zieht die weitesten Kreise, die eine Schadsoftware jenes Typus jemals angerichtet hat.

Zu den betroffenen Unternehmen zählen:

  • Microsoft selbst I: weil die extra deswegen einen Patch für Windows XP veröffentlichen mussten, was niemals niemals mehr gedacht war
  • Microsoft selbst II: weil das ein Imageschaden ungekannten Ausmaßes ist, den man jetzt, eine knappe halbe Woche nach dem Start der Infizierung, nur in Maßen begreift
  • Telefónica (Spanien): denen gehört z.B. die Marke O2
  • Teile des NHS (UK): das ist das Gesundheitssystem des Königreiches. Scheinbar ging es keine Nummer kleiner…
  • FedEx (USA)
  • Deutsche Bahn (DE)
  • Portugal Telecom (PT)
  • Renault (Frankreich)
  • Nissan (Japan)
  • LATAM Airlines (Südamerika)

Ich spekuliere jetzt mal frei, dass Banken nicht so davon betroffen waren, da deren ATMs nicht ans Internet angeschlossen sind. So ziemlich jeder Bankautomat hierzulande läuft mit Windows XP, was man sehr gut an den Meldungen im Blue Screen of Death erkennen kann, wenn das Scheißding mal nicht läuft. Pech für die Erpresser und hartes Glück für die Banken dieser Welt, würde ich mal behaupten.

In der Unternehmensliste oben fehlt übrigens das eigentliche Entwicklerstudio des WannaCrypt zugrundeliegenden Codes: die NSA. Ein Bestandteil der Ransomware ist das signifikante Exploit DoublePulsar, was hier auf gizm{e}o.eu zwar nicht, jedoch auf href.ninja bereits erwähnt wurde am 28. April. Bei den Shadow Brokers weiß man allerdings nicht, ob die nicht selbst die NSA sind, daher schreibe ich über deren „Hacks“ nicht so gern.

Abgesehen von Schaden für Unternehmen wurden ganze Länder getroffen, was die krassesten Opfer Russland, Ukraine, Indien und Taiwan ja schon mal als Verursacher ausschließt. Insgesamt kommt man inzwischen auf 200.000 PCs in 150 Länder. 192 listet die UNO weltweit. Joa, das ist doch eine ganz bescheidene Zahl!

Der Ausblick:

1) Stand heute wurden bereits ca. 70.000 US-Dollar Lösegeld bezahlt. Insgesamt wurden 238 Zahlungen gezählt. Man kann diese Zahlungen tracken, da die Schreiber drei Bitcoin-Wallet-Adressen hardcoded im Quelltext unterbrachten und man das öffentlich einsehen kann. Ist ja bei Bitcoin üblich. Es gibt wohl auch Bots, die das überwachen: via Quartz.com.

2) es gibt keinen „Kill Switch“ mehr: die ersten Versionen der Ransomware hatten das noch zufälligerweise drin, es war eine Gegenmaßnahme am Wochenende. Aber neueren Versionen fehlt dieser Aus-Schalter, was weitere Infektionen die nächsten Wochen nach sich ziehen dürfte.

3) Schuld hat eigentlich insgesamt die US-Regierung. Die NSA entwickelt Schadsoftware und hortet diese. Informationen dazu werden ja nicht einmal engen Verbündeten wie dem Vereinigten Königreich zur Verfügung gestellt. Das ist auch einer der Kritikpunkte, die aus der Cybersecurity-Ecke kommt. Wird man ein Element hier wohl zur Verantwortung ziehen? Natürlich nicht.

4) noch viel mehr bescheuerte Kommentare nach dem Schema: „wir müssen mehr Backups ziehen!“ „Wir müssen aufhören einfach auf Links in Emails zu klicken!“ „Wir müssen aufhören zu sparen an der IT-Infrastruktur!“ Idiotischerweise setzt man jedoch in UK im lebenswichtigen Gesundheitssektor auf Windows XP. Das würde ich viel eher mal erklärt bekommen wollen. Da hilft auch das beste Backup und der intelligenteste Mitarbeiter nichts.

5) was WannaCry hier gerade verursacht ist eigentlich lächerlich und irrelevant. Worauf sich alle eben stürzen ist „das Ausmaß“; das Ausmaß!1 Interessant wird die Sache erst, wenn Infrastruktur (mit dem britschen NHS hier bereits teilweise gelungen) oder Kraftwerke betroffen sein werden. Die entsprechenden Exploits gibt es da draußen nämlich schon. Ist nur eine Frage der Zeit, bis das ein Script-Kid vor dem Schlafengehen mal ausprobiert.

6) ich persönlich bin mittlerweile gelangweilt von Meldungen, die Betriebssysteme aus der Steinzeit betreffen. Dass ich Windows XP-Rechner heute lahmlegen kann ist selbst irgendwie lahm. Die Zeit wird uns schon noch zeigen, dass es mit Exploits bei aktuellen Betriebssystemen ebenfalls nicht unmöglich ist. Wie gesagt: Organisationen wie die NSA stapeln diese Art Software. Es ist ihnen egal, was damit passiert oder angerichtet wird. Da wird auch genügend in den Darknets dieser Welt erhältlich sein, nur blickt heute da noch kaum jemand durch.

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