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provider-spionage


~ Lesezeit: 2 Minuten

wired-news hat in einer aktuellen studie mit seinen lesern zusammengearbeitet, um herauszufinden, welcher isp (internet service provider, z.b. aol, t-online, …) seinen usern „nachspioniert“.

befragt wurden die grössten isps der usa:

was für informationen der internetnutzung werden über die kunden gesammelt?
wie lange werden ip-adressen, emails und browser-aktivitäten gespeichert?
was wird genau verlangt, um sensible daten an behörden rauszugeben?
werden die daten weiterverkauft?

über einen befragungszeitraum von zwei monaten antworteten lediglich vier der acht grössten isps zu der 10 fragen umfassenden studie, manche antworteten nur den kunden, nachdem diese explizit nachgefragt hatten. die gesprächigen provider waren: aol, qwest, cox und at&t.

cox war der einzige provider, der auf die frage antwortete, wie lange er die ip-adressen seiner kunden speichert. antwort: sechs monate. aol meinte dazu: „eine begrenzte zeit“, at&t sagte: alles liege im „bereich des industrie-standards“. comcast, earthlink, verizon und time warner schwiegen.

die adressen, die von den kunden angesurft werden, werden „clickstream-data“ genannt. diese daten beinhalten jede adresse, die ein kunde besucht hat, suchergebnisse eingeschlossen, ebenso der suchbegriff. es wurde nachgefragt, welcher provider diese daten speichert. comcast, earthlink, verizon und time warner blieben erneut stumm, aol, at&t und cox meinten, sie würden nichts speichern, qwest wich aus.

welcher provider wohl diese daten der vermarktung zugänglich macht, anonymisiert oder teilweise anonymisiert, versprachen aol, at&t und cox, dass sie dies nicht unterstützen würden. qwest wollte sich auch nach wiederholter nachfrage nicht genau äussern, und, man ahnt es vielleicht: keine angaben von comcast, earthlink, verizon und time warner.

schliesslich wollte man noch wissen, welche firma in kontakt mit der regierung steht, wie lange man die daten als vorrat speichern soll. das us-justizministerium zusammen mit dem us-kongress wünscht sich ein europäisches pendant, die daten für monate, eventuell sogar jahre zu speichern. so ziemlich alle provider waren nicht willens, hier exakte angaben zu machen. aol schwieg, qwest wich zum zweiten mal aus, at&t wollte nichts dazu sagen, bestätigte aber, diese diskussion würde industrieweit geführt. cox antwortete als einziger, nicht kontaktiert worden zu sein.

alles in allem nicht uninteressant, sowas würde ich mir auch mal für deutschland wünschen.

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